Service bei WMF

Meine Tochter bestellt geprägte Messer bei WMF, guter Service bei der Bestellung aber bei der Lieferung wurde im Juli ein Messer nicht geprägt geliefert.

Jetzt geht’s los:

3 E-Mail ohne Reaktion

6- oder 7-mal angerufen „ja Ihre E-Mail habe ich gefunden, ich weiß auch nicht, warum da noch nichts passiert ist, in einer Woche bekommen Sie Bescheid“

„Ja, das kann auch schon mal 2 Wochen dauern, die Fachabteilung ist informiert“

„Sie bekommen heute auf jeden Fall einen Rückruf von mir“

„Tut mir leid, ich kann das nicht entscheiden, da muss sich die Fachabteilung drum kümmern“.

Und so weiter und so weiter und so weiter.

Jetzt im Oktober eine Beschwerde über Facebook mit sofortiger Reaktion, wir sind gespannt (Foto dazu auf meinem Blog). Zumindest gibt es seitens WMF eine Überwachung der Beiträge auf der Facebook Seite. Das sollte normal sein, ist es aber in vielen Fällen nicht.

Aber die Antwort, hier in Auszügen:

„Gerne haben wir für dich noch einmal nachgesehen“ Toller Service

„Es lag an einem technischen Fehler beim Service“ Ja, die Technik, kann ja keiner was für

„Wir empfinden das nicht als idealen Kundenservice“ Alles andere hätte mich auch überrascht

„Schnellstmöglich eine Lösung“ Nach wie vor keine Terminversprechen

Was man in solchen Fällen braucht, sind keine blumigen nichtssagenden Schreiben, sondern eine bereichsübergreifende Einzelverantwortung für ein einzelnes Thema. Dann wird das schnell gelöst.

So kann ein schlechter Service oder Reklamationsprozess den ganzen guten Vertrieb zunichtemachen. Man sagt, dass schlechter Service bis zu 10 mal weitererzählt wird, guter Service 1 mal und dass man 10 gute Services braucht, um einen schlechten auszugleichen. Also braucht 1 schlechter Service 100 gute als Ausgleich.

Sehr wahrscheinlich gibt es beim WMF überhaupt keinen Service- oder Reklamationsprozess oder er steht nur im Qualitätshandbuch und wir nicht umgesetzt.

Ich empfehle meiner Tochter, das Besteck zurückzuschicken, es gibt auch woanders Möglichkeiten, so etwas zu kaufen.

#wmf #kundenservice #reklamation #fachabteilung #messerprägung #königskonzept #königskonzeptblog

Ich hatte so etwas mal bei der Metro mit einer Superreaktion, da bin ich aber  gleich über Facebook gegangen https://koenigskonzeptblog.wordpress.com/2015/04/27/facebook-seite-von-metro-cash-carry/

Die schlechteste Beratung seit langem

Bildung Internet pixabay

Telekom, die schlechteste Beratung seit langem. Gefühlte 10 Gesprächspartner, nur der letzte war einigermaßen kompetent. Meine Frage drehte sich um die Voice-Mail App, da wusste selbst der letzte Ansprechpartner nicht weiter (zumindest hatte er einen Tipp für mich). Einer kannte die App überhaupt nicht. Gefühlt 10 mal habe ich meine Kundennummer und meine Adresse sagen müssen. Ich sollte mit einem Spezialisten verbunden werden. Die erste Spezialnummer war die Nummer, mit der ich meine Einstellungen in der Sprachbox ändern konnte, die Zweite lies mich wieder bei einem Standard Ansprechpartner landen (Das Telefon war wohl umgestellt). Da hat die Reputation der Telekom aber bei mir wohl echt Federn lassen müssen.

Funktioniert hat dann der Tipp, einfach über die App Bewertung die Beschwerde zu schicken. Da kam sofort Resonanz, auch mit der richtigen Lösung, wenn auch in etwas unwirschem Ton (Hat da jemand gewagt, die App zu kritisieren oder ist der zu blöd, die App zu bedienen?).

Anschließend kam natürlich die Bewertungs-SMS, bezogen aber auf eine Person, was so gar nicht zu bewerten ist. Dafür gab es aber ein kleines Schmankerl. Ich nutze Signal und über Signal lese ich auch meine SMS. Die Kurzwahlnummer, die mir die Telekom für die Bewertung geschickt hat, funktioniert natürlich nicht in Signal, weshalb die von mir verschickte SMS zurückkam. Eine normale Telefonnummer hätte wohl eher funktioniert. Ob das wohl schon jemand bei der Telekom realisiert hat?

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Kundenprozesse überprüfen und verbessern

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Im Beitrag von letzter Woche ging es um die Überprüfung der kundenspezifischen Prozesse im Hinblick auf Maßnahmen, mit denen man Kunden begeistern kann, um so eine engere Kundenbeziehung und eine höhere Empfehlungsrate zu bekommen. Die neue Unternehmensgeneration spricht in diesem Zusammenhang vom uxflywheel, dem Nutzer-Erfahrungs-Schwungrad, das ein Unternehmen antreibt. Positive User Erfahrungen führen zu mehr Empfehlungen und damit zu mehr Kunden, die wiederum positive User Erfahrungen machen u.s.w.

Bei der Überprüfung der userspezifischen Abläufe gibt es drei Unterscheidungen:

  1. Suboptimale Prozesse, die den Arbeitsablauf oder die Qualität eines Produktes betreffen, aber vom Kunden noch nicht bemerkt worden sind.
  2. Prozesse, die den Arbeitsablauf oder die Qualität eines Produktes betreffen und beim Kunden zu Reklamationen führen und
  3. Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeit überfordert sind.

Da der 1. und 2. Bereich eng mit dem 3. verknüpft sind, macht es zunächst Sinn, das Problem der Überforderung zu lösen, bevor man an die Überprüfung der eigentlichen Abläufe geht. Manchmal liegt aber auch die Überforderung im ineffektiven Prozess.

Dazu mehr im nächsten Blog Beitrag

#uxflyweel, #nutzer-erfahrungs-schwungrad, #prozesse, #königskonzept, #königskonzeptblog

Online Bestellungen und ihre Tücken

Internetverkauf

Nordisches Design: Mitte Dezember bestelle ich bei „nordisches Design“ ein neues Produkt (wiederverwendbare Folie), das mich interessiert. Die Bestätigung kommt schnell, ich bekomme wie oft bei anderen Anbietern nach der Bestellung einen Hinweis, dass ich einen Tracking Code bekommen werde. Die Ware kommt auch relativ schnell.

Allerdings werde ich ab Bestellung spätestens alle 2 Tage mit Angebots-Mails bombardiert. Immer wenn ich nachfrage, bekomme ich Standard Antworten, dass viel zu tun ist und ich mich ein wenig gedulden soll. Antworten kommen nicht. Irgendwann ist es genug und ich bestelle alle Mails ab.

Anfang Januar habe ich zwar mittlerweile mein Produkt, aber immer noch keinen Tracking Code. Das fuchst mich, deshalb frage ich nach, ich bekomme die Standard Antwort, wie schon gehabt.

Mitte Januar bekomme ich die Nachricht, dass die Ware versandt worden ist mit einem Tracking Code. Der Code sagt mir, dass die Ware schon bei mir eingetroffen ist. Das ist der Fluch der Automatismen.

Es gibt schöne Produkte auf der Homepage, aber das Unternehmen ist bei mir natürlich erstmal unten durch. Es gibt auch noch ein weiteres Produkt, was ich durch Zufall schon woanders gekauft habe, dort zu einem Drittel des Preises, der hier angeboten wird.

Außerdem habe ich mittlerweile zum einen das gekaufte Produkt zu 30% des Preises woanders gefunden und es gibt zum anderen viel Kritik zu gesundheitlichen Gefahren zum Gebrauch. Davon stand nichts auf der Homepage. Ich werde es wohl nicht benutzen.

Was für ein Rattenschwanz von Problemen kann doch entstehen, wenn man bei einer Bestellung nicht kundengerecht reagiert. Die negativen Dinge wären wohl zum großen Teil nicht entstanden, wenn der Bestellprozess gut funktioniert und die Kundenansprache kundengerecht stattgefunden hätte.

In einem Vortrag habe ich mal als Zuhörer den Fehler kennen gelernt, der zu einem solchen Verhalten führt. Viele Unternehmen haben noch nie bei sich selbst auf die gleiche Art und Weise eingekauft, wie ihre Kunden einkaufen. So sind sie gar nicht in der Lage zu beurteilen, ob ihre Kommunikation kundengerecht ist. Aber dafür sollte es ja Mystery Shopper geben. Dabei ist der beste Mystery Shopper der Chef selbst.

Gute Nachrichten kommen selten

Bad Soller

Ich erwische mich selbst dabei, dass ich schlechte Nachrichten den Guten bevorzuge. Warum kommen gute Nachrichten seltener als schlechte. Vielleicht sind sie langweiliger? Eigentlich schade drum. Hier drei davon:

Eins: Übernachtung im Soller in Hallbergmoos: ein schönes Hotel, im Gewerbegebiet leider nicht so eine schöne Lage, aber ich will da eh keinen Urlaub machen. Überraschung, die Tiefgarage ist kostenlos, ich kann auch am Abreisetag den Wagen so lange in der Garage lassen, wie ich will. Super, mein Kunde ist in der Nähe und Parkplätze sind rar in diesem Gewerbegebiet. Das Personal ist professionell, freundlich und hilfsbereit. Auf eine Kleinigkeit, die zu klären ist, muss ich nicht warten, ich kann gleich einchecken und das später erledigen. Super Zimmer, der Blick ins Bad lässt auf den Rest vom Hotelzimmer schließen. Ein interessanter kleiner Effekt beim Licht: Es geht etwas zeitverzögert durch einen Dimm-Vorgang aus oder an; das ist bedeutend besser für die persönliche Wahrnehmung. Da hat jemand mitgedacht.

Naturgemäß ist das Restaurant etwas teurer, ich entscheide mich für 2 Vorspeisen, weil ich nicht so viel Geld ausgeben will. Eine hätte gereicht, um satt zu werden. Und zu guter Letzt endlich mal ein Frühstück, wo es auch mal was anderes gibt als den Standard Aufschnitt. Etwas teurer als das IBIS in Kleinmachnow aber dreimal so gut

Zwei: Ich bin im denn’s Biomarkt einkaufen, als ich zu Hause bin, vermisse ich mein Portemonnaie. Es enthält nur Geld, keine Adresse oder ähnliches. Ich rufe am nächsten Morgen an, das Portemonnaie ist abgegeben worden, ich kann es abholen, nachdem ich es beschrieben habe.

Drei: Mündliche Prüfung bei der IHK Frankfurt an drei Tagen, insgesamt 25 Prüflinge zum Energiefachwirt. Auch die, die bei den schriftlichen Prüfungen zum Teil durchgefallen sind, sind gekommen, alle wollen diese Prüfung bestehen und dann die anderen nachholen. Mündlich haben alle bestanden, drei davon mit 100 Punkten. Zwei der Prüflinge hatten ein leichtes Handicap, einer der beiden hat es uns aber erst hinterher gesagt. Eine der beiden hatte 100 Punkte. Denen, die noch schriftlich etwas nachholen müssen, drücken wir ganz fest die Daumen. Im Nachhinein hat sich ein Prüfling für die Unterstützung bedankt. Das passiert bei Seminaren oder Vorlesungen häufiger, ist aber bei Weiterbildungen extrem selten.

Irgendwo habe ich gelesen, 97% der Menschheit sind gut aber wir befassen uns meistens nur mit den anderen 3%. Was für ein Quatsch.

Datenschutzhammer

Trip Advisor

Bei Tripadvisor habe ich mein Passwort vergessen. Kein Problem, das kann man ja zurücksetzen. Als ich das neue Passwort einsetzen will – so eine Plattform, die ich nicht aktiv für Buchungen nutze, bekommt von mir ein Standard Passwort, kommt der Hinweis:

„Dieses Passwort wurde auf einer anderen Website veröffentlicht. Bitte wählen Sie eine sichere Alternative aus, um Ihr Passwort zu schützen.“

Übersetzungsfehler oder Datenschutzhammer? Im Mail ist eine Adresse angegeben, an die ich Fragen schicken kann.

„Falls Sie Schwierigkeiten mit diesem Link haben, bitten wir Sie, uns unter anfragen@tripadvisor.de zu kontaktieren.“

Ihr ahnt es schon, es kommt ein Hinweis zurück, dass diese Adresse nicht mehr existiert und ich über das Kontaktformular gehen soll. Da kennt wohl jemand seine eigenen Antwortformulare nicht.

Es dauert lange, bis ich das Kontaktformular gefunden habe. Dort kennt man wohl den Hinweis auf der Homepage zum Passwort überhaupt nicht, denn:

„Wir haben Ihre Nachricht erhalten, sind aber nicht sicher, was Sie meinen. Wir vermuten, dass Ihr Passwort von uns abgelehnt wurde, da wir Sie dazu ermutigen wollen, ein sichereres Passwort zu benutzen.“

Ich präzisiere, es kommt die Antwort, dass diese Nachricht nicht von Tripadvisor kommt, sondern von meinem eigenen System – Browser oder Sicherheitsprogramm. Da mir so etwas noch nicht bei einer anderen Seite passiert ist, werde ich das mal beobachten. Ich teste das mit Amazon, denen traue ich in Bezug auf Sicherheit eine ganze Menge zu. Da kommt diese Meldung nicht.

Ich informiere Tripadvisor darüber und teile mit, dass ich der Plattform nicht mehr traue und dass mein Konto gelöscht werden soll. Selber löschen ist kompliziert, erst eine Anleitung von Chip hilft mir weiter.

Letzte Nachricht von Tripadvisor: Wir bedanken uns für Ihren Beitrag zur TripAdvisor-Community und würden uns freuen, Sie doch irgendwann wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

Das nennt man golden Exit, wenn ein Kunde auf jeden Fall geht, bring die Beziehung freundlich zu Ende und hilf ihm. Stellt sich jetzt noch die Frage, ob das Unternehmen aus diesem Vorfall lernt oder einfach weitermacht wie bisher. Das wäre dann irgendwann ein total Exit für Tripadvisor.

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Margarine verschimmelt

SchimmelWie Sie auf dem Bild hier oder auf meinem Blog sehen können: Schimmel kann auch faszinierend sein.

Deli Margarine, Ich öffne eine Verpackung, verschimmelt. Ich schreibe den Hersteller an, er antwortet, da das Mindesthaltbarkeitsdatum um 8 Wochen überzogen ist, kann das passieren.

Vielleicht hat er Recht, aber mein Vertrauen an Deli hat jetzt einen großen Knacks bekommen. Seit gefühlt 20 Jahren nehme ich diese Margarine, immer schon waren Verpackungen dabei, deren Haltbarkeitsdatum schon länger abgelaufen war. Nie habe ich damit Probleme gehabt. Jetzt werde ich zukünftig beim Einkauf dieses Produktes vorsichtiger sein.

Ich teile meine Meinung dazu dem Hersteller mit, es kommt aber keine Reaktion mehr.

Ich an seiner Stelle hätte mich entschuldigt, auf einen Produktionsfehler verwiesen und die Margarine ausgetauscht. So wäre mein guter Glauben erhalten geblieben.

Und wenn man dann weiter hinschaut, findet sich eine andere Margarine von Deli mit einem Preisausschreiben auf der Schutzfolie, dass 8 Wochen vor Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Da war wohl jemand zu geizig, neue Schutzfolien zu bestellen.

Viele Menschen, wohlgemerkt Menschen, nicht Unternehmen, wollen immer Recht behalten, auch auf Kosten ihrer Kunden. Das schadet nicht diesen Menschen, wohl aber deren Unternehmen. Wie das anders geht, zeigt uns Amazon und Co. Da besteht 100%ige Kundenfokussierung. Aber lernt ein großer Teil der Unternehmerschaft daraus? Nein, zu viel Arbeit, wenn man es nachmachen wollte. Besser über den Internethandel schimpfen und nach staatlichen Regulierungen schreien. Und dann erhobenen Hauptes mit wehenden Fahnen untergehen.

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Die Fehler unserer Kunden

Fehler klein

Reklamationen sind immer ein Ärgernis. Reklamationen bieten große Chancen. Unberechtigte Reklamationen sind der Schlüssel zum Erfolg?

Reklamationen sind ein Graus für jedes Unternehmen. Zum einen stören sie den täglichen Arbeitsprozess, zum anderen rütteln sie am Thron der Unfehlbarkeit, denn jedes Unternehmen möchte natürlich reklamationsfrei sein. Wie heißt es noch im Total Quality Management hierzu? Null Fehler ist das Ziel. Reklamationen verändern sofort unsere Arbeitspriorität, denn unzufriedene Kunden haben immer Vorrang. Zumindest sollte dies in einem Unternehmen entsprechend geregelt sein. Aber es hakt zumeist schon daran, dass sich gern um diese unangenehme Aufgabe gedrückt wird. Lieber wird die Reklamation abgewimmelt. Wenn das nicht möglich ist, wird im Unternehmen der Schuldige gesucht, der dann die Suppe auslöffeln muss. Da niemand gerne Fehler macht, muss jetzt der, der sowieso schon niedergeschlagen ist, mit dem Kunden verhandeln. Das das nicht zu guten Resultaten führt, wird jedem klar sein.

Jede Reklamation ist eine Chance

Große Unternehmen, die durch die Vielzahl der Kunden automatisch eine Vielzahl an Reklamationen haben, verfügen über spezielle Abteilungen zur Bearbeitung. Bei allen anderen sind Beschwerden eher selten, wenn das nicht so wäre, sollte sich ein Unternehmen ernsthaft Gedanken über seine Zukunft machen. Bei seltenen Prozessen sind die Prozessabläufe oft nicht verinnerlicht, was dann zu Stress am Arbeitsplatz führt. Zwar ist die richtige Vorgehensweise im Qualitätsmanagement beschrieben, aber das steht häufig im Schrank und wird nicht gelebt. Eigentlich sollte ein Unternehmen ähnlich wie die Feuerwehr seltene Prozessabläufe ab und zu üben, um im Ernstfall dafür gewappnet zu sein. Reklamationen richten sich auch fast immer nicht gegen eine Person, sondern gegen ein Produkt oder Unternehmen, deshalb braucht sich niemand angegriffen zu fühlen. Wichtig ist, den Anrufer ernst zu nehmen, Verständnis zu zeigen, die benötigten Daten aufzunehmen und einen schnellen Rückruf zu versprechen, falls das Problem nicht sofort gelöst werden kann. Der Rückruf muss durch dafür geeignete Mitarbeiter erfolgen, die den Lösungsvorschlag mit dem Kunden abstimmen. Das führt dazu, dass sich alle schnell wieder ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden können und der Kunde schnell zufrieden gestellt ist. Es macht Sinn, Reklamationen regelmäßig auszuwerten, um daraus zu lernen.

Unberechtigte Reklamationen und Fehlbedienungen?

Zum einen gibt es keine unberechtigten Reklamationen. Wenn die Brötchen beim neuen Bäcker nicht so schmecken wie beim Alten ist das zwar keine Reklamation, aber der Kunden wird trotzdem nicht mehr kaufen. Er hat ein Problem mit unseren Angebot und das kann nicht das Ziel sein. Es muss mit dem Kunden eine Lösung bzw. eine Brötchensorte gefunden werden, die ihn zufriedenstellt. Liegt die Reklamation in einer Grauzone, hilft oft nur ein Kompromiss. Kunden, die immer wieder Produkte im Grauzonenbereich reklamieren, sollten genau analysiert werden. Sind die Qualitätsansprüche zu hoch, fühlt er sich vernachlässigt oder nutzt er die Reklamation als zusätzliche Einnahmequelle. Auch hier hilft Auswertung, um schwarze Schafe herauszufinden oder sensible Kunden besser zu bedienen. Manchmal hilft auch nur die Trennung.

Zum anderen gibt es Reklamationen durch vom Kunden selbstverschuldete Fehlbedienungen oder Unfälle, z.B. bei Mietautos. Hier zeigt sich die wahre Größe eines Unternehmens. Die höchsten Empfehlungsraten, so erzählt ein Elektroroller Vermieter aus Berlin, werden dann erreicht, wenn einem Kunden bei einem selbst verschuldeten Unfall geholfen wird, obwohl dafür eigentlich der Kunde zuständig wäre. Hierfür ein Konzept zu haben, kann die Neukundenrate durch Empfehlungen sehr schnell nach oben befördern, gerade in einem Markt mit einem starken Wettbewerbsumfeld.

Generell ist es bei Reklamationen so, dass allgemein bekannt ist, dass kein Unternehmen alles für jeden richtig machen kann kann. Selbst bei Google macht eine Bewertung auf der Skala von 1 bis 5 von über 4,7 schon misstrauisch. Der richtige Umgang mit den Problemen der Kunden wird aber immer dazu führen, dass die Empfehlungsquote nach oben geht.

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Schwarzgeräuchertes auf der Speisekarte

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Aus meiner Rubrik: Es gibt noch viel zu tun und wie könnte es anders gehen.

Ein Berliner Lokal mit bayrischer Küche und Tiroler Besitzer. Am Nachbartisch gibt’s Knödel mit Kassler, das Kassler bleibt stehen. Die Bedienung fragt und wird aufgeklärt, dass dies Kassler ist und kein Schwarzgeräuchertes, was auf der Karte steht und auch bestellt war. Der Gast hat sogar Fotos vom Schwarzgeräucherten dabei. Er kommt aus einer bayrischen Gegend und hat hier wohl eine Mission zu erfüllen „Wo bekommt ich Schwarzgeräuchertes und wo Kassler“

Nach einer Weile kommt der Koch, es entsteht eine wenig erfreuliche Diskussion, die bei beiden mit „Ich habe auch überhaupt keine Lust, mich mit Ihnen darüber zu unterhalten“. Trotzdem geht der Gast nicht unzufrieden, er ist ja auf einer Mission. Ich glaube, er musste auch nicht für sein Essen bezahlen, was das mindeste ist, was man erwarten sollte.

Was hätte man anders machen können?

Vor allem hätte der Koch anderes reagieren müssen, der Service hat richtig reagiert. Vor dem Gespräch mit dem Gast erstmal im Internet überprüfen, was schwarz Geräuchertes ist – es ist nämlich anders. Dann zum Gast, sich entschuldigen und um sein kompetentes Wissen bitten – man denke an die Mission. Der hätte garantiert ausgepackt. Dann den Gast zur Entschuldigung zu etwas einladen und Änderung bzw. Besserung geloben. Der Gast wäre hocherfreut gegangen und das Lokal hätte eine neue sichere Empfehlungsquelle aufgetan.

Also erst Kopf einschalten, dann losgehen und noch zur Entschuldigung: Ich glaube, der Koch war ein gebürtiger Berliner.