Endlich Tag X ist da

Kind aufschwung

Wir kommen langsam zum Ende der Krisenabläufe

Der Tag x ist da, die Phase, wo wir (fast) uneingeschränkt wieder arbeiten können. Die Phase ist im Moment bei 30 – 50% Aktivität je nach Branche und wird sich langsam steigern. Von 0 auf Hundert wird nicht praktikabel sein, das müssen wir uns wohl abschminken.

Der Kundenstrom verstärkt sich, jetzt glaubt man keine Zeit zu haben, aber Zeit kann man planen.

Verfügbare Arbeitszeit kann für einen überschaubaren Zeitraum ausgedehnt werden (Frisöre machen Montag auf), längere Tagesarbeitszeiten in kundenrelevanten Abteilungen, mehr Unterstützer (Familie, Aushilfskräfte, andere Abteilungen) oder eine 7 Tage Woche.

Die in der Krise entwickelten Geschäftsmodelle müssen integriert werden (wenn im Restaurantbereich viel außer Haus geliefert wird und jetzt der eigentliche Restaurantbereich hinzukommt, kann es Engpässe geben). Engpässe sind nicht schlimm, solange der Kunde es nicht merkt. Vielleicht ist auch das in der Krise aus der Not entwickelte Modell das Bessere, dann heißt es behutsam wechseln.

Nicht den zuerst liefern, der zuerst bestellt hat, sondern den, der es zuerst braucht. Nicht jeder braucht Ware sofort, einfaches Nachfragen kann die Liefersituation entspannen helfen.

Nicht gleich ablehnen, wenn man meint, nicht liefern zu können. Erst Auftrag annehmen, dann prüfen, dann zurückrufen und ggf. Alternativ Termin vorschlagen und oh Wunder, manchmal klappt der Kundenwunschtermin überraschend doch.

Beil Lieferschwierigkeiten Kleinmengen vorab liefern ohne Mehrkosten, Hauptsache der Kunde kann arbeiten/verkaufen. Eine Apotheke, bei der wir selbst etwas für unser Geschäft bestellt haben, hat nur einen Teil geliefert und den Rest storniert mit dem Hinweis, dass wir neu bestellen können. Das ist die falsche Vorgehensweise. Das sollte automatisch nachgeliefert werden.

Und: Wenn eine Mehrwertsteuer Reduzierung an den Kunden weitergegeben wird, hat das für den B2C Kunden auf jeden Fall einen symbolischen Effekt.

 

Der Tag X ist in Sicht

x start

Bei der Serie Kundenbeziehungen und Ansprachen in Krisenzeiten, die am 30 April (mit einer kleinen Unterbrechung) gestartet ist, sind wir jetzt in der Phase, in der Normalität sich ankündigt (also ungefähr da, wo wir zum Teil noch heute sind)

Die Kundenkommunikation, die wir in Zeiten des Stillstands oder Fast-Stillstands geplant haben, können wir jetzt umsetzen. Manchmal wissen die Kunden sogar eher als wir, dass wir unser Geschäft wieder öffnen können, also Augen aufhalten. Kunden sind schlauer, als man oft denkt und die Buschtrommel Facebook sorgt für eine schnelle Verbreitung. Anfang Mai haben in Hessen die Frisöre wieder geöffnet. Eigentlich sollten da die Wellness-Massage Betriebe noch geschlossen bleiben aber 3 Tage vor Beginn hat man sich in der Politik umentschieden. Da heißt es dann schnell zu reagieren, wenn man in diesem Bereich arbeitet.

Jetzt ist die Zeit für die Planung und Bekanntgabe von Sonderangeboten, Lagerverkäufen und Frühdispositionsrabatten. Dabei ist wichtig, dass die B2B Lieferung früher erfolgen muss als die B2C Lieferung. Unsere Geschäftskunden brauchen Vorlauf, damit sie zum Zeitpunkt X liefern können. Das gilt es bei Kundengesprächen zu beachten.

Jetzt ist auch die Zeit der Vordisposition von Ware oder Vorproduktion bei uns, damit wir keine Engpässe bekommen.

Auch jetzt lassen sich auf einem Blog Geschichten rund um dieses Thema erzählen, Sie wissen, Geschichten ziehen immer.

Von all diesen Dingen kann der Großteil bereits vorgeplant sein und muss nur noch abgearbeitet werden. Wer jetzt erst anfängt zu überlegen, verpasst eine Menge Geschäft.

Da meine eigenen Kundenaufträge erst wieder in 2 Wochen anstehen, ist für mich jetzt eine gute Zeit für einen kurzen Urlaub, denn alles ist vorbereitet. Trotzdem kommt mein PC mit in den Urlaub, man weiß ja nie.

Der nächste Blog Beitrag kommt dann in der 30. KW., dann wird’s ernst.

Kundenprozesse überprüfen und verbessern aber wie?

Restaurant

Die Grafik aus dem vorletzten Blogbeitrag zeigt die Kundenprozesse bei einem Geschäftsvorgang anhand eines Restaurantbesuchs. So eine Grafik kann aber auch jedes Unternehmen für seine Prozesse abbilden oder als Workflow in seinem System hinterlegen.

Wenn nun ein solcher Workflow mit Verantwortlichkeiten und der Reihenfolge der Bearbeitung hinterlegt ist, ergibt sich das Ablaufschema z.B. bei einer Kundenbestellung. Anhand dieses Prozesses kann jetzt überprüft werden, an welchen Stellen der Prozess immer wieder hängenbleibt und was die Ursachen dafür sind. Wenn z.B. die Freigabe von Auftragen durch einen Verantwortlichen nicht funktioniert, kann das an fehlenden Stellvertreter Regelungen liegen. Wenn die Ware nicht geliefert werden kann, kann es an falscher Produktions- oder Lagerplanung liegen.

Die Diskussion um solche Prozesse und die Verbesserung der Abläufe führt zu einer Optimierung und damit zu mehr Kundenzufriedenheit.

Da ein Unternehmen selten bei sich selbst einkauft, kann es die Effektivität der eigenen Prozesse nicht so gut überprüfen. Oft macht es Sinn, nicht mit dem Prozess betraute Mitarbeiter oder externe Kräfte wie Mysteryshopper oder Berater in die Überprüfung einzubinden. Spezialisten für Organisationsberatung können in vielen Fällen helfen, weil sie viel Erfahrung aus anderen Branchen mitbringen.

Ziel hier ist aber nicht die Optimierung der Kosten, sondern die Verbesserung der Kundenzufriedenheit, das ist nicht jedem Berater klar.  Das kann auch ggf. im ersten Schritt zu Mehrkosten führen, die aber dann durch Mehrumsatz mehr als ausgeglichen werden können.

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Hier und jetzt in der Krise

Plan 3

Was tun, um einer Krise ihren Schrecken zu nehmen? Die Blockierung des Gehirns hebt man am besten mit einem Plan auf.

Schritt 1 ist die Bestandsaufnahme:

Ist mein Umsatz aufgehoben oder aufgeschoben? Ein Frisör oder ein Erdöllieferant kann nur einen kleinen Teil des verlorenen Umsatzes zurückholen und muss deshalb finanziell anders planen. Ein Werkzeugmaschinenbauer oder ein Softwareanbieter wird eher mit verschobenen Aufträgen zu tun haben. Da ist eine Chance, dass ein großer Teil der Aufträge, wenn auch später, noch ausgeführt werden kann. Es geht jetzt nicht mehr darum möglichst viel Geld zu verdienen sondern so gut wie möglich über diese schwierige Phase hinweg zu kommen.

Kann ich meine geplanten Investitionen noch verschieben oder über einen größeren Zeitraum verteilen, um Liquidität zu behalten. Mit wem muss ich sprechen, um eine laufende Finanzierung zu verändern. Was mache ich mit meinen Mitarbeitern, die ich im Moment nicht beschäftigen bzw. finanzieren kann.

Wenn ich in einer Unternehmensgründungsphase bin, wo steht meine Unternehmensgründung im Moment. Kann ich die Gründung verschieben, kann ich geplante Einstellungen von Mitarbeitern verschieben.

Für Gründer und für Einzelunternehmer ist es gut, wenn sie ein Haushaltsbuch und ein Rechnungseingangs und -ausgangsbuch führen. Das geht beides bequem in Excel und schafft Überblicke, die ein Steuerberater so schnell nicht liefern kann. Ich mache das seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit. So weiß ich sehr genau, welche Einnahmen und Ausgaben geschäftlich oder privat wann auf mich zukommen. Schwarze Zahlen sind super aber Ringeltauben. Rote Zahlen sind wahrscheinlich, tief rote Zahlen brauchen Hilfe.

Erst wenn ich einen Überblick bekommen habe, kann ich über meine Existenzsicherung nachdenken. Vorher weiß ich noch gar nicht, was ich sichern kann oder soll. Wie komme ich an Finanzierungsinstrumente, damit ich eine Krise überleben kann. Welche anderen Hilfsmittel gibt es, um Geld zu verdienen. Welche Hilfsmittel stellt der Staat zur Verfügung.

Firmen können ihre Produktpalette krisengerecht umstellen, im Corona Fall mit der Produktion oder dem Verkauf von Masken oder dem Lieferservice von Restaurants. McDonald Mitarbeiter finden Arbeit bei Aldi, Mitarbeiter von Eventagenturen arbeiten auf dem Spargelfeld, es besteht ein weites Feld für Kreativität. Die laufende Krise hat fantastische Ergebnisse in Bezug auf neue Geschäftsideen hervorgebracht. Aber Vorsicht: denkt beim Thema Kreativität an meinen Blogbeitrag von letzter Woche.

Die Unternehmen, die den Schrecken schnell im Griff haben, sind da erfolgreicher als die, die erstmal im Sumpf des Selbstmitleids versinken.

All das, was ich jetzt beschließe zu tun, packe ich in einen Zeit- und Maßnahmenplan. Bei Plänen gilt: kein Plan ist so schlecht, dass man in permanent umschmeißen müsste und kein Plan ist so gut, dass man ihn nicht ändern darf.

Was noch ins Hier und Jetzt gehört, dazu mehr in der nächsten Woche.

Rücklagen für Selbstständige

vorsorge gold

Letzens habe ich gelesen, dass bisher 1 Million Anträge zur Soforthilfe für Selbstständige gestellt worden sind. Auch ich habe mir den Antrag runtergeladen. Dort steht:

Die Soforthilfe ist ausschließlich für Unternehmen gedacht, die aufgrund der Corona Pandemie unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage oder in massive Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

Mein Geschäft ist zwar auf nahezu null Umsatz, aber ich bin nicht in einer existenzbedrohenden Lage oder in massiven Zahlungsschwierigkeiten. Ich kann einige Monate mit Rücklagen überbrücken. Ich habe folgerichtig keinen Antrag gestellt.

Die Unternehmen, die Anträge gestellt haben, müssen Hilfe bekommen, wenn sie die Kriterien erfüllen. Aber die Kriterien müssen im Nachhinein nachvollziehbar sein, erst im Zweifelsfall helfen, dann prüfen. Dies soll z.B. über die Steuererklärung geschehen. Betrüger, die die Situation ausnutzen, müssen bestraft werden. Da muss es bessere Kontrollmechanismen geben als wir es bei der letzten Finanzkrise oder beim Ausverkauf der DDR gehabt haben.

Wenn aber nun 1 Million Anträge gestellt worden sind, bedeutet das, dass 1 Million kleine Unternehmen nicht über Rücklagen verfügen und praktisch von der Hand in den Mund arbeiten?

Zwei Gründe kann es geben, warum keine Rücklagen gebildet werden:

  1. Der Umsatz bzw. der Gewinn reichen nur fürs momentane Überleben, sind also für Rücklagen nicht hoch genug
  2. Der Umsatz bzw. Gewinn reichen, aber es wird zu viel davon in Investitionen bzw. in Dinge, die nichts mit dem Geschäft zu tun haben, gesteckt.

In beiden Fällen werden Staat und Gesellschaft irgendwann ein großes Problem bekommen, denn diese Unternehmen werden zum großen Teil auch keine Rücklagen fürs Alter bilden und so Grundsicherung benötigen.

Jeder ist aber nur seines Glückes Schmied, wenn das für sein gesamtes Leben gilt und nicht nur für die Zeit, wo er arbeitsfähig ist.

Die momentane Krise ist also auch eine große Chance, dieses Thema in Bezug auf Rücklagen, Pflicht zur Kranken- und Rentenversicherung bis hin zur Arbeitslosenversicherung für selbstständige UnternehmerInnen anzupacken. Pflicht, sich nachweislich gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder fürs Alter abzusichern, muss für Unternehmer wie auch für Mitarbeiter von Unternehmen gelten.

Es gehört aber auch die Pflicht des Staates dazu, scheinbar unrentablen Geschäftsmodellen, die wenig oder keinen Gewinn abwerfen, durch unterstützende Maßnahmen wie z.B. externe Beratung die Chance zu geben, rentabel zu werden. Auch hier ist nicht jeder seines Glückes Schmied, hier liegen die Grenzen der freien Marktwirtschaft.

Übrigens: manche Unternehmen sind Überbrückungskrisen gewohnt, z.B. wenn die Obst- oder Gemüseernte verhagelt oder vertrocknet oder wenn durch Witterungseinflüsse Biergärten, Strände oder Skipisten leer bleiben. Wenn hier keine Rücklagen bestehen würden, wären diese Unternehmen schon lange nicht mehr am Markt. In fetten Jahren für magere Zeiten vorsorgen ist die Devise.

Margarine verschimmelt

SchimmelWie Sie auf dem Bild hier oder auf meinem Blog sehen können: Schimmel kann auch faszinierend sein.

Deli Margarine, Ich öffne eine Verpackung, verschimmelt. Ich schreibe den Hersteller an, er antwortet, da das Mindesthaltbarkeitsdatum um 8 Wochen überzogen ist, kann das passieren.

Vielleicht hat er Recht, aber mein Vertrauen an Deli hat jetzt einen großen Knacks bekommen. Seit gefühlt 20 Jahren nehme ich diese Margarine, immer schon waren Verpackungen dabei, deren Haltbarkeitsdatum schon länger abgelaufen war. Nie habe ich damit Probleme gehabt. Jetzt werde ich zukünftig beim Einkauf dieses Produktes vorsichtiger sein.

Ich teile meine Meinung dazu dem Hersteller mit, es kommt aber keine Reaktion mehr.

Ich an seiner Stelle hätte mich entschuldigt, auf einen Produktionsfehler verwiesen und die Margarine ausgetauscht. So wäre mein guter Glauben erhalten geblieben.

Und wenn man dann weiter hinschaut, findet sich eine andere Margarine von Deli mit einem Preisausschreiben auf der Schutzfolie, dass 8 Wochen vor Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Da war wohl jemand zu geizig, neue Schutzfolien zu bestellen.

Viele Menschen, wohlgemerkt Menschen, nicht Unternehmen, wollen immer Recht behalten, auch auf Kosten ihrer Kunden. Das schadet nicht diesen Menschen, wohl aber deren Unternehmen. Wie das anders geht, zeigt uns Amazon und Co. Da besteht 100%ige Kundenfokussierung. Aber lernt ein großer Teil der Unternehmerschaft daraus? Nein, zu viel Arbeit, wenn man es nachmachen wollte. Besser über den Internethandel schimpfen und nach staatlichen Regulierungen schreien. Und dann erhobenen Hauptes mit wehenden Fahnen untergehen.

#schimmel #kunden #reklamation #verschimmelt #königskonzept #königskonzeptblog

Schneller kaputt, als man denkt

danbo-1873171_1920 Kaputt

Kurz vorm Fest ein Artikel, zu dem mich der Besuch der Ressourceneffizienz Veranstaltung des Landes Baden Württemberg im Oktober angeregt hat. Gibt es geplante Obsoleszenz und wenn, wie kann man damit umgehen? Gerade ein Thema was bei getrübter Weihnachtsfreude durch qualitativ schlechte Produkte immer wieder aufkommt.

Mit geplanter Obsoleszenz wird eine Strategie bezeichnet, in der die Haltbarkeit eines Produkts vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist. Aber gibt es das wirklich oder geht es eher um vom Markt getriebene übertriebene Kostenoptimierung. Es ist zumindest aus verkäuferischer Sicht falsch.

Haltbarkeit sorgt nicht für Umsatz

Immer wieder ärgern sie den Endverbraucher: Produkte, die zu früh kaputtgehen, Ersatzteile, die nicht mehr zu beschaffen sind oder Nachbestellungen, die nach wenigen Jahren nicht mehr möglich sind. Dem Verbraucher drängt sich der Verdacht auf, dass hier schnell neuer Absatz geschaffen werden soll, um unsere Wegwerfgesellschaft mit immer wieder neuen Produkten am Leben zu erhalten. Dabei ist doch eigentlich das erklärte Ziel der Menschheit, durch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft Dinge wieder zu verwerten und Rohstoffe zu schonen. Leider liegt die Fehleinschätzung oft in der Tatsache, dass große Teile der Industrie der Meinung sind, dass verringerte Haltbarkeit für mehr Umsatz sorgt. Aber Kunden ärgern sich so über ein Produkt, es gibt nicht nur Kurzzeitgedächtnisse auf dieser Welt, gerade auch durch die Möglichkeiten des Internets, und unter verkäuferischen Gesichtspunkten führt dies zu einer Abwanderung zu anderen Anbietern. Kunden gehen verloren.

Murks nein Danke

Die Internetseite Murks nein danke versucht diesem Thema auf den Grund zu gehen. Hier können Besucher Produkte beschreiben, mit denen sie unter Aspekten der Haltbarkeit Probleme bekommen haben. Dabei kann die Haltbarkeit durch natürliche, nutzungsbedingte oder geplante Ursachen begrenzt sein. Von Unternehmen geplante Ursachen müssen auch nicht fahrlässig, sondern können auch marktgetrieben sein – wenn man sich denn treiben lassen will. Wettbewerbsdruck führt zur Kostenoptimierung, Kostenoptimierung führt zu Materialverbrauchsoptimierung und das führt an die Grenzen der Haltbarkeit der produzierten Güter. Wenn z.B. eine Plastikbox für feuchte Kosmetiktücher so materialoptimiert ist, dass die Sollbruchstelle am Scharnier nach einer definierten Zeit bricht und die Box unbrauchbar macht, ist das ein typisches Zeichen für Materialoptimierung. Sehr wahrscheinlich ist der Techniker, der diese Optimierung ermittelt hat, gut angesehen, weil er dem Unternehmen Kosten eingespart hat. Unter mittel- und langfristigen Kundenbindungsaspekten ist dies Vorgehensweise aber schädlich, denn negative Erfahrungen mit Produkten werden 10mal häufiger weitererzählt als positive.

Qualität muss man beweisen

Wieviel besser wäre es doch, wenn wir Kunden unter Qualitätsgesichtspunkten an uns binden könnten. Hohe Qualität mit langfristigen Garantien führt zu einer hohen Kundenbindung. Man sieht das zum Teil im B2B Sektor, welcher Maschinenbauer wäre wohl gut beraten, wenn seine Maschinen kurz nach Ende der Garantiezeit kaputtgehen würden? Welcher Bauunternehmer, wenn seine Häuser kurz nach Ende der Garantie irreparable Schäden aufweisen würden? Leider haben die meisten Unternehmen, die hohe Qualität liefern, noch nicht erkannt, wie sie diesen Vorteil nutzen können. Es gibt Hersteller, die bis zu 40 Jahre Garantie auf ihre Produkte oder Dienstleistungen geben. Wenn Lieferanten hoher Qualität in die eigenen Statistiken schauen würden, wäre schnell erkennbar, welche Garantien vertretbar sind. Verkäuferisch gesehen könnten so freiwillige Garantieversprechen gegeben werden, die ein Unternehmen deutlich von der Billig-Konkurrenz abheben könnten. Leider ist heute häufig höhere Garantie beim gleichen Produkt mit höheren Kosten verbunden. Das ist jedoch der absolut falsche Weg, denn er riecht nach Profit Maximierung und nicht nach besserer Qualität.

Obsoleszenz und Innovation.

Ein Hemmschuh für lange Garantien besteht in der Langlebigkeit dieser Produkte. Die immer schneller werden Innovationszyklen stehen einem langlebigen Produkt scheinbar entgegen, weil die Technik oft schnell veraltet ist. Da bietet sich ein Konzept an, wie es uns die Softwareanbieter mit ihren regelmäßigen Updates schon seit langem vormachen. Bei vielen Anbietern ist der Umsatz mit Updates mittlerweile höher, sicherer und genauer planbar als das Neukundengeschäft. Umgesetzt in zum Beispiel eine Form des Leasing- oder Mietmodells sollte dies auch für Autos, Maschinen, Telekommunikation oder Gebäude möglich sein. Ein Beispiel dafür ist Shiftphone aus Hessen, ein Smartphone Anbieter. Hier wird auf Nachhaltigkeit gesetzt. Die Geräte werden mit Bruchschutz geliefert, sind reparierbar, aufrüstbar und werden mit einem Pfandbetrag zurückgenommen und wiederverwertet. Ein Modell von vielen Möglichkeiten, mit denen man sich durch Qualität und Nachhaltigkeit von Billiganbietern unterscheiden kann. Generell ein guter verkäuferischer Ansatz, den leider noch zu wenige der großen Qualitätsanbieter dieser Welt beschreiten.

Interessante Apps for a better live

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Eine Übersicht für mich interessanter Android App’s die ich nutze, es ist schon erstaunlich, was alles entwickelt wird.

Angefangen hat es bei mir mit Katwarn vom Fraunhofer Institut, eine App, die dich informiert, wenn in deiner Nähe oder an anderen von dir definierbaren Orten Unwetter angekündigt sind. Wer also wissen will, wann es bei der Oma knallt, da wird er automatisch informiert.

Dann kam HealthMap, 2006 am Bosten Children’s Hosptial gegründet, die vor Gesundheitsgefahren in deiner Nähe warnt, besonders interessant bei ansteckenden Krankheiten.

Dann die Lebensmittelwarnung vom BVL, wo Produktrückrufaktionen aufgelistet sind. Wenns also mal komisch schmeckt, schnell nachschauen.

Danach Regenradar von Wetter online und der Blitzortung Gewitter Monitor, einem freien Netzwerk, damit ich weiß, wie sich das Wetter entwickelt. Gut vor dem nächsten Spaziergang mit der Liebsten, damit der nicht ins Wasser fällt. Liebling, mir wird gerade so heiß. Das war nicht ich, das war ein Blitz.

ReplacePlastic vom Bündnis Küste gegen Plastik ist eine App, mit der man herausfinden kann, wo eine Plastikverpackung hergestellt worden ist. Man kann dem Hersteller dann eine Mail schicken mit der Bitte, doch auch Mehrwegverpackungen anzubieten. Es haben schon Hersteller darauf reagiert und ihre Verpackung umgestellt. Was für eine tolle Idee.

NiNa ist eine Notfall Informations- und Nachrichten App vom BBK, die aber noch Serverprobleme hat (beim kürzlichen Versuch kombiniert mit einem Probe-Sirenen Alarm in NRW hat sie nur zum Teil funktioniert).

ToxFox vom BUND und Codecheck, einer unabhängigen Plattform aus der Schweiz schließlich sind zwei Apps, die herausfinden, welche Zutaten in Lebensmitteln und Kosmetika vorhanden sind und welche davon schädlich sein können. Bei ToxFox kann man ebenfalls eine Mail an den Hersteller schicken mit der Bitte, doch zukünftig andere Zusatzstoffe zu verwenden. Codecheck bietet ausführlichere Informationen einschließlich Preise und Alternativprodukte. ToxFox hat dazu geführt, dass ich meinen Shampoo Anbieter wechseln werde. Und ich dachte immer, Veränderungen, die ich spüre, liegen am Alter. Nein es liegt an den Zusatzstoffen im Shampoo.

Es gibt sicher noch viel mehr andere interessante Apps, wenn Ihr welche kennt, schreibt sie in den Kommentar.

Unzufriedenheit ist heilbar

Gerade ist mein Artikel vom Frühjahr auf Channelpartner veröffentlicht worden:

Unzufriedene Mitarbeiter in Unternehmen kosten einen Haufen Geld. Dies können Sie ändern, indem Sie an den aktuellen Problemen in Ihrer Firma arbeiten.

Es gilt die Regel: Je größer das Unternehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter unzufrieden sind. Dabei äußert sich dies oft nicht in konkreten Aussagen, sondern in schwer fassbaren Beschwerden. Durch die Arbeit an aktuellen Problemstellungen kann sich dies erheblich verbessern.

Gleich bei Google auf Platz 1, direkt dahinter meine Homepage

Den ganzen Artikel gibt es hier https://www.channelpartner.de/a/unzufriedenheit-im-betrieb-ist-heilbar,3333628

Schnell ist der Artikel bei Google auf Platz 1, direkt dahinter meine Homepage

Unzufriedenheit ist heilbar

Seit 2004 kennt man den besten Witz der Welt. Dabei kam auch heraus, dass Deutsche im Gegensatz zu z.B. Kanadiern über fast alles lachen können. Kanadier gelten gemeinhin eher als zufrieden, Deutsche eher als unzufrieden. Ob zu viel lachen ein Ausdruck für Unzufriedenheit ist? Hier der Link, falls Sie mehr wissen möchten.

Aus diesem Anlass ist der Artikel Unzufriedenheit im Unternehmen entstanden.

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Unzufriedene Mitarbeiter in Unternehmen kosten einen Haufen Geld. Es gilt dabei die Regel, je größer das Unternehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter unzufrieden sind. Dabei äußert sich dies oft nicht in konkreten Aussagen, sondern in schwer fassbaren Beschwerden. Durch die Arbeit an aktuellen Problemstellungen kann sich dies erheblich verbessern.

Probleme mit der Unternehmenskultur  

Dass erhöhte Krankheitsraten und mangelnde Motivation in Unternehmen eine Ursache in beruflicher Überlastung haben, wird jedes Jahr durch neue Studien belegt. Was diese Spirale oft hervorruft oder weiter nach oben treibt, ist die mangelnde Identifikation von Menschen mit ihrem Betrieb. Stress wird als viel störender empfunden, wenn die Unternehmenskultur scheinbar brach liegt. So motivierend ein gutes soziales Umfeld im Beruf ist, so demotivierend ist, wenn man mit Vorgesetzen, Kollegen oder Mitarbeitern nicht zurechtkommt. Probleme dieser Art sind jedoch schwer zu fassen, weil die Beschwerden oft diffus und nicht direkt greifbar sind.

Lösungsansatz Gemeinsamkeit 

Ein Lösungsansatz ist, nicht fassbare Probleme mit fassbaren zu lösen. Dafür muss ein Ventil im Unternehmen geschaffen werden, in dem Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihre Beschwerden frei zu formulieren, ohne dafür kritisiert zu werden. Die international erprobte Managementmethode von Prof. Adizes schlägt hier z.B. einen Rahmen vor, bei dem in festgelegten Zeitabständen solche Möglichkeiten geschaffen werden. Alle Mitarbeiter einer Organisationseinheit können dabei alles sagen, was sie stört, ohne dafür belangt oder kritisiert zu werden. Auch Diskussionen finden in der ersten Phase noch nicht statt, die Punkte werden gesammelt, priorisiert und zu einem späteren Zeitpunkt gelöst. Alle genannten Punkte werden in 6 Kategorien aufgeteilt. 

6 Stufen der Unzufriedenheit

Drei Kategorien befassen sich mit der Unternehmenskultur: Kategorie 1 betrifft Unstimmigkeiten mit dem Unternehmen, Nr. 2 Probleme mit Vorgesetzen und 3 Störungen im Verhältnis mit Kollegen und Mitarbeitern. Klassische Beispiele sind „Ich glaube nicht, dass ich morgen meinen Arbeitsplatz noch habe“ oder „Mein Chef übergeht mich“ oder „Die Kollegen schneiden mich“. Dies sind alles Aussagen, die keinen konkreten Bezugspunkt haben und deshalb schwer zu lösen sind. Die Kategorien 4, 5 und 6 dagegen befassen sich mit praktischen Verbesserungspotentialen.

Sie gehen von internen Beschwerden über Schwierigkeiten mit Geschäftspartnern bis hin zu Problemen im persönlichen Umfeld. Beispiele dafür sind „Unser Lager ist nicht aufgeräumt“ „Wir liefern dauernd falsche Ware aus“ bis zu „Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr“. Wenn bei einem Treffen der Mitarbeiter alle diese Punkte gesammelt und eingestuft sind, werden sie zusammengefasst und von allen in ihrer Bedeutung gewichtet und anschließend geklastert.

Aufbau eines Verbesserungssystems 

Die gesammelten Punkte sind nun die Basis für den Aufbau eines Verbesserungssystems. Ausgewählte Mitarbeiter aus allen Abteilungen arbeiten in regelmäßigen Treffs die Punkte ab. Man beginnt mit Kategorie 6, weil hier am schnellsten Verbesserungen wirksam werden und arbeitet sich systematisch vor.

80% der Lösungen sind dabei mit gesundem Menschenverstand machbar, nur bei wenigen Projekten braucht man externe Spezialisten.

Der Lösungsfortschritt wird so dokumentiert, dass alle Mitarbeiter jederzeit sehen können, wie sich das Verbesserungssystem entwickelt. Die Punkte werden solange bearbeitet, bis das nächste Treffen aller Mitarbeiter stattfindet. Dann entsteht durch Aussagen der Mitarbeiter eine neue Liste, die die Grundlage für die zukünftige Arbeit bildet. Die alte Liste wird jetzt nicht mehr benötigt. Ist das Problem aus dem Vorjahr gelöst, wird es nicht wiederauftauchen. Ist es nicht gelöst, ist der Punkt wieder dabei oder er war nicht wichtig.

Jährlich meckern 

So ein System schafft ein Ventil für Mitarbeiterbeschwerden. Durch die gemeinsame Arbeit an den „fassbaren“ Problemen steigt das Vertrauen in Kollegen, Chefs und das Unternehmen selbst und die Unternehmenskultur verbessert sich. Beschwerden in diesem Zusammenhang werden zurückgehen. Auch permanente Meckerei wird zurückgehen, weil es eine systematische Vorgehensweise gibt, um Probleme im Unternehmen zu besprechen.

Natürlich kostet eine solche Lösung Zeit, aber das wird durch eine zukünftig bessere Zusammenarbeit mehr als wieder hereingeholt. Das Resultat ist Vertrauen in Kollegen und Vorgesetzte, ein besseres Miteinander und mehr Zufriedenheit für den einzelnen Mitarbeiter. Diese Zufriedenheit führt zu mehr Spaß an der täglichen Arbeit, weniger Stress und damit verbundene Krankheiten und nicht zu vergessen zu mehr Effektivität fürs Unternehmen.