People make the Difference

Unterschied

Diesen Artikel habe ich 2013 veröffentlicht, vielleicht passt er auch gerade in die heutige Zeit 

Umsatz, Absatz, Verkauf, Gewinn sind die Leuchttürme unserer Zeit. Nur wer Umsatz macht, wird gewinnen, nur wessen Verkaufszahlen nach oben zeigen, wird anerkannt. Wer aber nur Absatz in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt, hat die Zukunft nicht im Griff. Wirklicher Umsatz, wirkliche Neukundengewinnung kommt aus der Leidenschaft für das Unternehmen, fast wie von selbst.

Alles schreit nach Umsatz 

Tageszeitungen, Wirtschaftsnachrichten und Führungsetagen beherrscht ein Thema; Umsatz und Gewinn über alles. Milliarden werden vernichtet, weil die Quartalsprognose eines Unternehmens nicht den Planungen entspricht. Wir stellen zumeist die kurzfristigen Verkaufs- und Gewinnzahlen so in den Mittelpunkt unserer Unternehmenspolitik, dass dabei alles andere nachrangig ist. Der schnelle Euro soll unsere Unternehmen nach vorn bringen, ohne Rücksicht auf Verluste. Unternehmen werden dabei von innovativen Köpfen gemacht, von organisatorischen weiterentwickelt und von Bürokraten zerstört. Der schnelle Euro jedoch ist nicht von Dauer, er ist kurzfristig ausgelegt und nicht auf nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. Im Wort Kundenbeziehungen steckt nicht umsonst das Teilwort Beziehungen, und die sollten eine andere, viel persönlichere Grundlage haben. 

Verkaufen ist persönlich 

Produkte zu verkaufen, ist ein sehr persönlicher Prozess. Selbst ein Internetkauf braucht eine Vertrauensbasis, es muss der Beginn zum Aufbau einer Kundenbeziehung erfolgt sein. Um wie viel mehr ist dieser Kontakt wichtig, wenn es um hochwertige oder sensible Güter geht, die über den persönlichen Kontakt beim Kunden angeboten werden. Und um wie viel mehr ist dieser Kontakt in Gefahr, wenn der Kunde vom Produkt, vom Lieferanten enttäuscht wird. Kundenbeziehungen scheinen doch etwas mehr zu sein als der bloße Austausch von Ware und Geld.

Außen hui, Innen pfui

Während nach draußen zum Kunden hin oft alles eitel Sonnenschein ist und ein Unternehmen sich häufig als perfekt, umweltbewusst und wettbewerbsfähig darstellt, kriselt es häufig im Innern. Mitarbeiter stehen unter starkem Erfolgszwang, Abteilungen arbeiten nicht zusammen. Es wird unnötiger Druck auf die Belegschaft ausgeübt, oft genug ergießt sich momentaner privater Frust des Vorgesetzten ungerechtfertigt auf Kollegen und Mitarbeiter. Benötigtes Fachwissen oder Produktideen werden auf dem freien Markt eingekauft und ins Unternehmen einsortiert, nicht integriert. In solchen Betrieben ist die Leidenschaft längst erloschen und nur die Bequemlichkeit oder die Angst, keinen neuen Job zu finden, hält die Mitarbeiter im Betrieb. Der Motivationsfaktor, sich mit seinem eigenen Unternehmen, seinen Produkten und seinen Kunden positiv auseinanderzusetzen, ist entsprechend niedrig oder gar nicht vorhanden. 

Menschen machen den Unterschied

Wenn ein Unternehmen im Inneren gesund ist, strahlt es nach außen. Wenn Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen zufrieden sind, sind sie motiviert und daraus kann sich Leidenschaft entwickeln. Motivierte Mitarbeiter denken mit und haben Spaß daran, ihre eigenen Fertigkeiten zu entwickeln. Sie denken über das Unternehmen nach, haben Ideen für neue Produkte und Einkaufsmöglichkeiten und vertreten ihr Unternehmen gegenüber Geschäftspartnern. Natürlich gibt es in vielen Betrieben auch die sogenannten „Stinkstiefel (mal der Chef, mal der Mitarbeiter), aber die große Masse der Mitarbeiter möchte in der Regel Spaß an dem haben, was sie macht. Wenn man Ihnen jedoch den Spaß verdirbt und diesen Motivationsschub nicht nutzt, wird ohne Sinn und Verstand Potential und Geld vernichtet.

Ohne Plan kein Plan

Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern werden von potenziellen Kunden leichter wahrgenommen. So gut Motivation aber auch ist, so gefährlich ist Übermotivation oder Selbstüberschätzung, denn das verschleiert den Blick auf die Realität. Ohne Organisationsinstrumente kann so ein Spaß dann leicht zur Selbstbeweihräucherung werden, man sieht dies manchmal in Unternehmen mit sehr sicheren Absatzmärkten und einer beamtenähnlichen Struktur. Bei aller Leidenschaft funktioniert in einem normalen Unternehmen Neukundengewinnung, Kundenbindung oder Zusatzverkauf ungeplant eher nach dem Zufallsprinzip. Sowie man Konzepte braucht, um eine Produktionsanlage oder ein Projekt durchzuführen, braucht es Organisation, um Kunden zu finden, zu gewinnen und bestehende Beziehungen zu festigen. Der Plan hilft, den Kunden zu finden, der motivierte Mitarbeiter, ihn zu gewinnen. Solche Pläne wie auch andere Instrumente aus IT oder Marketing sind aber nichts weiter als Hilfsmittel dazu.

Anleitung zum Glücklich sein

Motivierte Mitarbeiter brauchen Erfolgserlebnisse. Solche Erfolge erlebt man in einem Unternehmen nach innen und nach außen, wobei die inneren Erfolge leichter zu erreichen sind. Übermotivierte Mitarbeiter versuchen, dieses Konzept nach außen zu übertragen und sind persönlich enttäuscht, wenn Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner nicht verstehen wollen, warum das gerade von uns angebotene Produkt nicht „das Beste“ auf der Welt ist. Hier helfen die vielfältigen Möglichkeiten von Vertriebs-, Organisations- oder Kommunikationskonzepten, Kontakt zum Kunden aufzubauen, Prozessabläufe in einem guten Kunden- und Unternehmensverhältnis abzuwickeln und verstehen zu lernen, dass nicht jedes Nein eines Kunden eine Abstrafung des eigenen Unternehmens ist. Das schafft die Ruhe für den nächsten Kontakt und dadurch vielleicht auch die Basis für den nächsten Geschäftserfolg beim Kunden.

Und vielleicht auch die Ruhe, um mit der momentanen Situation besser fertig zu werden.

 

Rücklagen für Selbstständige

vorsorge gold

Letzens habe ich gelesen, dass bisher 1 Million Anträge zur Soforthilfe für Selbstständige gestellt worden sind. Auch ich habe mir den Antrag runtergeladen. Dort steht:

Die Soforthilfe ist ausschließlich für Unternehmen gedacht, die aufgrund der Corona Pandemie unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage oder in massive Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

Mein Geschäft ist zwar auf nahezu null Umsatz, aber ich bin nicht in einer existenzbedrohenden Lage oder in massiven Zahlungsschwierigkeiten. Ich kann einige Monate mit Rücklagen überbrücken. Ich habe folgerichtig keinen Antrag gestellt.

Die Unternehmen, die Anträge gestellt haben, müssen Hilfe bekommen, wenn sie die Kriterien erfüllen. Aber die Kriterien müssen im Nachhinein nachvollziehbar sein, erst im Zweifelsfall helfen, dann prüfen. Dies soll z.B. über die Steuererklärung geschehen. Betrüger, die die Situation ausnutzen, müssen bestraft werden. Da muss es bessere Kontrollmechanismen geben als wir es bei der letzten Finanzkrise oder beim Ausverkauf der DDR gehabt haben.

Wenn aber nun 1 Million Anträge gestellt worden sind, bedeutet das, dass 1 Million kleine Unternehmen nicht über Rücklagen verfügen und praktisch von der Hand in den Mund arbeiten?

Zwei Gründe kann es geben, warum keine Rücklagen gebildet werden:

  1. Der Umsatz bzw. der Gewinn reichen nur fürs momentane Überleben, sind also für Rücklagen nicht hoch genug
  2. Der Umsatz bzw. Gewinn reichen, aber es wird zu viel davon in Investitionen bzw. in Dinge, die nichts mit dem Geschäft zu tun haben, gesteckt.

In beiden Fällen werden Staat und Gesellschaft irgendwann ein großes Problem bekommen, denn diese Unternehmen werden zum großen Teil auch keine Rücklagen fürs Alter bilden und so Grundsicherung benötigen.

Jeder ist aber nur seines Glückes Schmied, wenn das für sein gesamtes Leben gilt und nicht nur für die Zeit, wo er arbeitsfähig ist.

Die momentane Krise ist also auch eine große Chance, dieses Thema in Bezug auf Rücklagen, Pflicht zur Kranken- und Rentenversicherung bis hin zur Arbeitslosenversicherung für selbstständige UnternehmerInnen anzupacken. Pflicht, sich nachweislich gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder fürs Alter abzusichern, muss für Unternehmer wie auch für Mitarbeiter von Unternehmen gelten.

Es gehört aber auch die Pflicht des Staates dazu, scheinbar unrentablen Geschäftsmodellen, die wenig oder keinen Gewinn abwerfen, durch unterstützende Maßnahmen wie z.B. externe Beratung die Chance zu geben, rentabel zu werden. Auch hier ist nicht jeder seines Glückes Schmied, hier liegen die Grenzen der freien Marktwirtschaft.

Übrigens: manche Unternehmen sind Überbrückungskrisen gewohnt, z.B. wenn die Obst- oder Gemüseernte verhagelt oder vertrocknet oder wenn durch Witterungseinflüsse Biergärten, Strände oder Skipisten leer bleiben. Wenn hier keine Rücklagen bestehen würden, wären diese Unternehmen schon lange nicht mehr am Markt. In fetten Jahren für magere Zeiten vorsorgen ist die Devise.

Geschenke zu Ostern

Ostern 2020

Man muss ja aus allem versuchen, das Beste zu machen. Also haben wir, nachdem das Geschäft meiner Frau und mein Geschäft auf nahezu Null steht uns entschlossen, den Stillstand zum Renovieren zu nutzen, das hatten wir eh diesem Sommer vor.

Ganz hinten auf dem Kleiderschrank haben wir dabei eine Packung Klopapier mit 8 Rollen gefunden. Normalerweise wäre man sofort ohne weiteres nachdenken zur Tagesordnung über gegangen aber durch die Diskussionen und Hamsterkäufe der letzten Zeit ist da ja ein wahrer Schatz. Auch wenn wir keine Hamsterkauf Veranlagung haben, sehe ich diesen Fund heute mit ganz anderen Augen als früher.

Und mittlerweile haben wir Bekannten schon zweimal je eine Packung Klopapier mitgebracht und sie haben sich ehrlich gefreut.

Und gerade heute war es der Zeitung ein Bild wert, das einen LKW zeigt, vollbeladen mit Klopapier, der vorm örtlichen Supermarkt entladen wird.

Also, wenn Euch noch was schönes als Ostergeschenk fehlt, das wäre doch eine tolle Idee.

Schutzmasken gingen natürlich auch, aber eine Rolle Klopapier ist doch einfach persönlicher.

Ich wünsche Euch trotz allen Widrigkeiten schöne Ostern.

Helmut

#ostern #klopapier #gesichtsschutz #Corona #ostern #königskonzept #königsblog

Hackathon, aber was kommt dabei raus?

Bildung Internet pixabay

Im Rahmen des Hackathons, den ich letzte Woche miterleben durfte, sind über 1.500 Ideen von mehr als 27.000 Freiwilligen entstanden. 20 von diesen Lösungen hat die Jury nun als die vielversprechendsten Projekte ausgezeichnet. Die meisten Lösungen sind per App, online über den PC oder per telefonische Anfragen möglich. Hier ein paar Beispiele:

Ein Buchungssystem für potenziellen Corona Virus Patienten, der mit bestehenden Systemen verknüpft werden kann.

Das digitale Wartezimmer, das selbstständig eine Risikoabschätzung erstellen kann, ob ein Corona Verdacht besteht und dann eine Testmöglichkeit vermittelt.

Eine Möglichkeit, die 3-D Drucker von Industrie und Gewerbe verknüpft, um dezentral Elemente „drucken“ zu lassen, die zur Herstellung von Schutzsystemen benötigt werden.

Eine Plattform, die sammelt, wo Bestände an Schutzmasken etc. bestehen und diese an Organisationen vermittelt kann, die diese Dinge brauchen.

Ein System, um barrierefrei in verständlichen Worten Informationen rund um Corona zur Verfügung zu stellen und in das auch regionale Nachrichten eingebunden werden können.

Ein internationaler permanenter Austausch von Information zwischen Fachleuten rund um eine Pandemie.

Eine Möglichkeit für Deutsche im Ausland, um sich mit notwendigen Kontaktstellen wie Botschaften auszutauschen und Vorgänge abzuwickeln, wie z.B. die Rückholung aus dem Ausland. Besonders interessant für Deutsche, die über einen längeren Zeitraum im Ausland leben.

Ein System, was verlässlich Menschen, die Dinge benötigen und Menschen, die diese Dinge besorgen können, zusammenbringt.

Eine einfache Möglichkeit, damit jedermann ohne Schwierigkeiten Dinge wie Kurzarbeitergeld beantragen kann.

Das gleiche für Fördermaßnahmen und finanzielle Unterstützung.

Und und und

Die 20 ausgewählten findet Ihr hier

https://www.youtube.com/playlist?list=PLYGe9q9_Jo3BxoLFeuKeVMtZDtKNVeXlM

Und die erweiterte Auswahl hier

https://www.youtube.com/watch?v=DU3mTJjJHpo&list=PLYGe9q9_Jo3CAiufkVFqHj0yKrWrW7uVq

Auf in die Umsetzung – das #WirVsVirus Umsetzungsprogramm

Alles dazu hier https://wirvsvirushackathon.org/weiterfuehrung-2/

#corona #hackathon #WirVsVirus #Slack #königskonzept #königskonzeptblog

Die, die im Park die Corona Warnungen ignoriert haben

corona park

Während sich ein paar Besserwisser in den sozialen Medien über die Jugendlichen (immer diese Jugendlichen) aufgeregt haben, die die Corona Warnungen ignoriert haben, haben unglaublich viele Menschen (überwiegend Jugendliche) am Wochenende versucht,  In Zusammenarbeit mit der Bundesregierung Lösungen für diese Krise zu finden. Hier die Zusammenfassung, die mich dazu erreicht hat, ich war einer der Mentoren:

„WOW! Was für ein Wochenende! Was wir gemeinsam beim #WirVsVirus-Hackathon bewegt haben ist unglaublich!

Helge Braun hat es gesagt – das war der größte Hackathon aller Zeiten und ihr wart dabei!

  • 43.000 Anmeldungen
  • 1900 Pat:innen für Herausforderungen
  • 2900 Mentor:innen
  • 27.000 aktive Nutzer:innen auf der Plattform
  • 13.000 Profile bei Devpost
  • 1.500 eingereichte Projekte
  • 100 Projekte aus den Ministerien
  • 464.866 Slacknachrichten (and counting…)

Wir haben zusammen in 1500 Teams gemeinsam an den 800 ausgewählten Herausforderungen gearbeitet. Mit den Ergebnissen geben wir vielen Menschen Hoffnung und haben gemeinsam viele konkrete Lösungsbausteine für unsere gesellschaftlichen Herausforderungen in Zeiten der Corona-Krise auf den Weg gebracht!„

Die Ergebnisse werden jetzt ausgewertet.

Nun weiß man nicht, was bei so einer Veranstaltung herauskommt, das ist wie beim Brainstorming. Aber das sich über 40.000 Menschen digital mit einem Problem aktiv auseinandersetzen ist erheblich besser als sich im Netz über die anderen zu beschweren, die immer alles falsch machen.

Online Bestellungen und ihre Tücken

Internetverkauf

Nordisches Design: Mitte Dezember bestelle ich bei „nordisches Design“ ein neues Produkt (wiederverwendbare Folie), das mich interessiert. Die Bestätigung kommt schnell, ich bekomme wie oft bei anderen Anbietern nach der Bestellung einen Hinweis, dass ich einen Tracking Code bekommen werde. Die Ware kommt auch relativ schnell.

Allerdings werde ich ab Bestellung spätestens alle 2 Tage mit Angebots-Mails bombardiert. Immer wenn ich nachfrage, bekomme ich Standard Antworten, dass viel zu tun ist und ich mich ein wenig gedulden soll. Antworten kommen nicht. Irgendwann ist es genug und ich bestelle alle Mails ab.

Anfang Januar habe ich zwar mittlerweile mein Produkt, aber immer noch keinen Tracking Code. Das fuchst mich, deshalb frage ich nach, ich bekomme die Standard Antwort, wie schon gehabt.

Mitte Januar bekomme ich die Nachricht, dass die Ware versandt worden ist mit einem Tracking Code. Der Code sagt mir, dass die Ware schon bei mir eingetroffen ist. Das ist der Fluch der Automatismen.

Es gibt schöne Produkte auf der Homepage, aber das Unternehmen ist bei mir natürlich erstmal unten durch. Es gibt auch noch ein weiteres Produkt, was ich durch Zufall schon woanders gekauft habe, dort zu einem Drittel des Preises, der hier angeboten wird.

Außerdem habe ich mittlerweile zum einen das gekaufte Produkt zu 30% des Preises woanders gefunden und es gibt zum anderen viel Kritik zu gesundheitlichen Gefahren zum Gebrauch. Davon stand nichts auf der Homepage. Ich werde es wohl nicht benutzen.

Was für ein Rattenschwanz von Problemen kann doch entstehen, wenn man bei einer Bestellung nicht kundengerecht reagiert. Die negativen Dinge wären wohl zum großen Teil nicht entstanden, wenn der Bestellprozess gut funktioniert und die Kundenansprache kundengerecht stattgefunden hätte.

In einem Vortrag habe ich mal als Zuhörer den Fehler kennen gelernt, der zu einem solchen Verhalten führt. Viele Unternehmen haben noch nie bei sich selbst auf die gleiche Art und Weise eingekauft, wie ihre Kunden einkaufen. So sind sie gar nicht in der Lage zu beurteilen, ob ihre Kommunikation kundengerecht ist. Aber dafür sollte es ja Mystery Shopper geben. Dabei ist der beste Mystery Shopper der Chef selbst.

Gute Nachrichten kommen selten

Bad Soller

Ich erwische mich selbst dabei, dass ich schlechte Nachrichten den Guten bevorzuge. Warum kommen gute Nachrichten seltener als schlechte. Vielleicht sind sie langweiliger? Eigentlich schade drum. Hier drei davon:

Eins: Übernachtung im Soller in Hallbergmoos: ein schönes Hotel, im Gewerbegebiet leider nicht so eine schöne Lage, aber ich will da eh keinen Urlaub machen. Überraschung, die Tiefgarage ist kostenlos, ich kann auch am Abreisetag den Wagen so lange in der Garage lassen, wie ich will. Super, mein Kunde ist in der Nähe und Parkplätze sind rar in diesem Gewerbegebiet. Das Personal ist professionell, freundlich und hilfsbereit. Auf eine Kleinigkeit, die zu klären ist, muss ich nicht warten, ich kann gleich einchecken und das später erledigen. Super Zimmer, der Blick ins Bad lässt auf den Rest vom Hotelzimmer schließen. Ein interessanter kleiner Effekt beim Licht: Es geht etwas zeitverzögert durch einen Dimm-Vorgang aus oder an; das ist bedeutend besser für die persönliche Wahrnehmung. Da hat jemand mitgedacht.

Naturgemäß ist das Restaurant etwas teurer, ich entscheide mich für 2 Vorspeisen, weil ich nicht so viel Geld ausgeben will. Eine hätte gereicht, um satt zu werden. Und zu guter Letzt endlich mal ein Frühstück, wo es auch mal was anderes gibt als den Standard Aufschnitt. Etwas teurer als das IBIS in Kleinmachnow aber dreimal so gut

Zwei: Ich bin im denn’s Biomarkt einkaufen, als ich zu Hause bin, vermisse ich mein Portemonnaie. Es enthält nur Geld, keine Adresse oder ähnliches. Ich rufe am nächsten Morgen an, das Portemonnaie ist abgegeben worden, ich kann es abholen, nachdem ich es beschrieben habe.

Drei: Mündliche Prüfung bei der IHK Frankfurt an drei Tagen, insgesamt 25 Prüflinge zum Energiefachwirt. Auch die, die bei den schriftlichen Prüfungen zum Teil durchgefallen sind, sind gekommen, alle wollen diese Prüfung bestehen und dann die anderen nachholen. Mündlich haben alle bestanden, drei davon mit 100 Punkten. Zwei der Prüflinge hatten ein leichtes Handicap, einer der beiden hat es uns aber erst hinterher gesagt. Eine der beiden hatte 100 Punkte. Denen, die noch schriftlich etwas nachholen müssen, drücken wir ganz fest die Daumen. Im Nachhinein hat sich ein Prüfling für die Unterstützung bedankt. Das passiert bei Seminaren oder Vorlesungen häufiger, ist aber bei Weiterbildungen extrem selten.

Irgendwo habe ich gelesen, 97% der Menschheit sind gut aber wir befassen uns meistens nur mit den anderen 3%. Was für ein Quatsch.

Warum sind wir so hektisch? Macht mehr Geld entspannter?

Zeit hektikManche Menschen halten es für ein Erfolgsprinzip: Wer keine Zeit hat, ist erfolgreich. Die Gegenthese lautet: Ist erfolgreich, wer keine Zeit hat? Oder ist er nur schlecht organisiert? Es gibt die Zeitmanagement These: Wenn du Zeit hast, tust du alles, um den Eindruck zu erwecken, dass du keine Zeit hast. Auf das es bloß keiner merkt. 

Vielleicht kommt das daher: Ein Unternehmer, der sagt, dass er Zeit hat, erweckt den Eindruck, dass sein Geschäft nicht gut läuft. Ein Mitarbeiter, der seinem Chef sagt, dass er Zeit hat, erweckt den Eindruck, dass er zu wenig Arbeit hat. Ein Monteur, der zu früh ins Büro kommt, wird nochmal mit einem neuen Auftrag rausgeschickt. Die „Keine Zeit“ Aussage ist also in vielen Fällen reine Notwehr. Notwehr deshalb, weil man sonst, wenn man erfolgreich, gut und schnell seine Arbeit erledigt, bestraft wird. 

Ich glaube, dass es sich beim Erfolgsgefühl nur bedingt um ein Geld Thema handelt. Die Zufriedenheit der Menschen steigt nicht linear zum Einkommen, die Kurve fängt irgendwann an abzuflachen. Man spricht heute nicht umsonst von new work oder der life balance. 

Unzufriedene Menschen werden in den meisten Fällen unzufrieden bleiben, denn sie schauen immer nach oben, nie in die Gegenwart: Bekommen sie 1000 Euro, schielen sie nach 1.100, bekommen sie 100.000, schielen sie nach 110.000. Kinder schauen auch oft nur nach den Mitschülern, die mehr Taschengeld bekommen, nicht nach denen, die weniger bekommen.

Im Vertrieb heißt es, man braucht 100 Kontakte für 10 Gespräche für 3 Angebote für einen Auftrag. Wer 100 Kontakte hat, geht erheblich entspannter in seine Verhandlung, denn, wenn ein Kontakt nichts wird, gibt es noch 99 andere. Es ist immer gut einen Plan b zu haben, aber auch darüber hinaus gibt es noch eine ganze Menge weiterer Buchstaben.

Nach einer Untersuchung von Richard Wiseman sind Glückspilze entspannter als Pechvögel: 

1. Glückspilze erwarten positive Erlebnisse.

Sie vertrauen auf ihr Glück, sie denken positiv. Und wenn dann ein solch positives Erlebnis eintritt, bestärkt das ihr Vertrauen in ihr Glück. Dadurch kommt es zu einem Glückskreis. Pechvögel erwarten negative Erlegnisse und bekommen sie natürlich auch.

2. Glückspilze werten Negativerlebnisse anders.

Glückspilze werden auch mit unschönen Dingen konfrontiert. Im Gegensatz zu Pechvögeln werten sie diese aber anders. Ein Glückspilz sagt beispielsweise „es hätte schlimmer sein können“ oder „beim nächsten Mal machte ich etwas anders. Mal sehen, ob es dann funktioniert“.

3. Glückspilze erkennen bzw. schaffen sich günstige Gelegenheiten.

Pechvögel sehen oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, wie es so schön heißt. Glückspilze finden eher neue Möglichkeiten, weil sie auch aus Negativ Erlebnissen lernen.

4. Glückspilze sind entspannt.

Entspannte Menschen sind weniger verkrampft und meist aufmerksamer. Sie nehmen dadurch eher für sie positive Gelegenheiten wahr.

Und wer glaubt, als Pechvogel sterben zu müssen, irrt: 80% der Pechvögel, die im Experiment versuchten, nach Glückspilzgrundsätzen zu leben, fühlten sich zufriedener und entspannter.

Jeder hat die Wahl:

Wenn ich alles habe, bin ich zufrieden oder

wenn ich zufrieden bin, habe ich alles.

Die zweite These macht entschieden glücklicher aber entscheiden Sie selbst.

2. Sales Manager Lehrgang in Darmstadt

Teilnehmer Sales Manager IHK Darmstadt 2020

Bericht zum gerade zu Ende gehenden Sales Manager Lehrgang, der zum zweiten Mal bei der IHK in Darmstadt durchgeführt wird. 6 motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den verschiedensten Branchen, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Von der Büromöbel Beratung bis zum Schreibwaren Einzelhandel, von der Medienbranche bis zum Pharmabereich und zweimal Software aus dem Prüf- und Informationssektor war das Spektrum wie immer groß. Vom Anfänger bis zum erfahrenen Berater war alles vertreten und alle haben von allen gelernt.

Kommentar eines Teilnehmers: Am Anfang ist man sich bei dem Gesprächssimulationen ein bisschen unsicher, aber man lernt von Gespräch zu Gespräch und man lernt mehr vom Zuhören und Feedback geben als von der Durchführung des eigenen Gespräches.

Hier die TeilnehmerInnen:

Wasim Azab, VIDI Darmstadt, https://www.vidi.eu/   Medienbranche

Joachim Caspar, CONWEAVER Darmstadt, https://www.conweaver.com/de  Informations-Software

Stefanie Hofmann, Schreib-Stübchen Müller Mörlenbach, http://schreib-stuebchen.eu/  Schreibwaren

Sebastian Kranz, rhd instruments Darmstadt, https://www.rhd-instruments.de/en/  Messzellen und Prüfsoftware

Marissa Müller, Infectopharm Heppenheim, https://www.infectopharm.com/  Arzneimittel

Christopher Leon Seifert, Bürodirekt Weiterstadt, https://buerodirekt.de/  Büroplanung und Einrichtung

Die schriftliche Prüfung hat gute bis sehr gute Ergebnisse gezeigt. Nächsten Montag ist die mündliche Prüfung, ich drücke allen Teilnehmern die Daumen.

Übernachtung im Ibis in Kleinmachnow

Ibis 1 klein

Ein Plastikhotel, beschrieben bei Google als romantisch. Das Bild des Badezimmers zeigt, warum mir der Begriff Plastik eingefallen ist. Ein bisschen wie, wenn man in einer großen Dose steht.  Romantisch hat jemand geschrieben, der noch nie hier war. Wenn, dann ist das Hotel praktisch.

Teilweise seltsames Geschäftsgebaren (Parken kann man nicht vorbuchen, außer man bucht, wenn man im Hotel eincheckt), teilweise schnippisches Personal (vielleicht auch Berliner Schnauze?), permanent verlaufe ich mich (Linksrum geht’s zur Rezeption beim Treppenhaus, rechtsrum ist der Mensch gewöhnt). Wenn einem eine Laus über die Leber gelaufen ist, fängt man an, genauer hinzuschauen.

Irgendwie kommen mir die Stühle zu tief vor, sehr leckere Brötchen, positiv fällt auf, dass das Hotel beim Frühstück überwiegend auf Kleinverpackungen verzichtet.

Der Parkplatz ist hinterm Haus und man muss ums Haus rumlaufen, obwohl es hinten eine Tür gibt, die aber abgeschlossen ist (Notfalltür). Nicht sehr glücklich. Die Zugangskarte beim Zimmer funktioniert nie beim ersten Mal, ich muss sie mehrmals durchziehen, damit die Tür aufgeht. Die Betten sind sehr hart, ich bin Wasserbetten gewöhnt, morgens tut mir einiges weh. Wlan-Zugang habe ich auch nicht auf die Reihe gekriegt, keine Verbindung.  Jedes Mal, wenn ich das Fernsehen anmache kommt ein langweiliger Hinweis mit einer Begrüßung des Hotels, den ich erst wegklicken muss.

Ibis 4 klein

Kein Überblick über die Fernsehsender, manche gehen nicht, ich muss mich durchklicken, um bestimmte Programme zu finden (Das ist leider in den meisten Hotels Normalität). Nur ein Papierkorb und der ist im Bad also immer hinlaufen Das ist gerade bei Schnupfen und dem Einsatz von Papiertaschentüchern öfter der Fall.

Am Anfang habe ich das Gefühl, dass die Mitarbeiter keine Dienstkleidung tragen. Nach 2 Tages sehe ich, dass es doch so ist, die Kleidung scheint nur nicht richtig zu sitzen und nicht gebügelt zu sein. Vielleicht liegt es an der Qualität des Materials oder an der fehlenden Sorgfalt des Vorgesetzten. Ungewöhnlich für ein Hotel.

Mein Kunde hatte mir dieses Hotelzimmer gebucht, ich selbst würde woanders buchen. Aber für die drei Tage, die ich hier bin, ist es soweit ok, ich habe schon schlechter gewohnt. Nach dem Kano Modell würde ich sagen, entspricht es den Basisfaktoren. Basis Faktoren schaffen keine Zufriedenheit.