Gestern war THM Datenschutztag 2017 in Gießen

private-864304_1280-datenschutzDa gehe ich immer wieder gern hin. Was hängen geblieben ist:

Das Leben hat immer mehr Fälle als der Gesetzgeber sich vorstellen kann (Norbert Blüm)

In einem Unternehmen sollte man wissen: Welche Richtlinien für die Internet Nutzung gibt es und wie werden diese Richtlinien kontrolliert. Meine eigene Erfahrung dazu ist, dass da mal ein paar Seiten verteilt worden sind aber nie jemand nachgefragt hat, ob sie unterschrieben worden sind geschweige denn sie eingesammelt hat.

Lt. einer Untersuchung sind 35 Prozent der weltweit eingesetzten Software nicht lizenziert. Da tüfteln User wochenlang an einer Lösung, um die 99 Cent für die Premium App nicht bezahlen zu müssen. Das ist vielleicht sportlicher Ehrgeiz, aber auf keinen Fall Gewinnstreben.

Lt. einer anderen Untersuchung informieren sich 46 Prozent der Personaler vor einem Personalgespräch über den Teilnehmer im Internet (was ohne die schriftliche Einwilligung des Teilnehmers verboten ist).

Diese Abkürzung kennen die meisten Datenschützer BYOD –  Bring your own Desaster. Das bezeichnet man auch als das größte Datenschutzproblem.

Ein schöner Satz dazu zum Thema Vertrauen aus dem Nahen Osten: Vertraue auf Allah, aber binde dein Kamel besser doch an.

Auf https://projekt-datenschutz.de/datenschutzvorfaelle finden sich einige Katastrophen im Umgang mit dem Datenschutz.

Bei den Big Brother Awards können Sie nachlesen, wer diesen ungeliebten Preis schon alles bekommen hat und welche Unternehmen offensiv mit dieser sauren Zitrone umgehen. https://bigbrotherawards.de/

Ein Super Passwort besteht aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes, den man sich gut merken kann und ihrem Auto Kennzeichen also z.B.

Küss mich, ich bin eine verzauberte Prinzessin.

KmibevP.do-ta-265 (wenn das Ihr Kennzeichen wäre)

Ein toller Datenschutz Check bei einem großen Reifenhersteller. Auf dem Gelände wurden einige Sticks verteilt, die eine Excel Datei enthielten, die mit Gehaltsdaten als Dateinamen gekennzeichnet war. Wenn man den Stick zu Hause öffnete, wurde automatisch eine Nachricht an die IT Abteilung abgesetzt. Einige Sticks wurden abgegeben, einige zu Hause oder im Unternehmen geöffnet. So einfach kann man in einem Unternehmen einen Trojaner platzieren.

Ich stelle mir die Gesichter der „Öffner“ vor, wenn die Geschäftsführung eine Nachricht veröffentlicht hätte nach dem Motto: Achtung, uns sind einige Sticks verloren gegangen, bitte abgeben, nicht öffnen. Die Sticks enthalten gefährliche Trojaner.

Im Moment hört man viel von Fahndungserfolgen durch Überwachungskameras. Viele dieser Nachrichten halten einer objektiven Überprüfung nicht statt. Das könnte nach der Meinung eines Polizeidirektors (Direktoren sind die Fachleute, Präsidenten die Politiker habe ich auch gelernt) daran liegen, dass demnächst ein Gesetzesbeschluss zu mehr Kameraüberwachung ansteht. Kameras kosten nicht viel, aber mit der Wartung solcher Systeme kann man eine Menge Geld verdienen. Da könnte irgendeine Lobby am Werk sein.

Hier ein schönes Zitat von Peter Glaser zu Social Media „es liegen Nuggets im Schlamm“ Das beschreibt das für und wider der sozialen Netzwerke mehr als gut.

Und zum Ausklang – nicht des Kongresses aber dieses Beitrages: Erik Satie, eine Geschichte zu einem Komponisten auf dem Kongress, dessen Name mir nicht geläufig war, wohl aber seine Musik https://www.youtube.com/watch?v=b9WKC5sT9Z4

Gönnen Sie sich ein paar Minuten Entspannung und dann, wer will, schnell die Pappnase auf.

Post vom ADAC, aber halt, es scheint ein Fake zu sein.

Die Homepage lautet auf http://adac.gutschein-jaeger.com adac-1

Auf einer Internetseite muss ich meine Adresse zusammen mit dem Code abgebenadac-2

Wenn ich das Häkchen bei „ich bin einverstanden“ nicht setzte, kann ich nicht mitmachen

adac-3

Der Code ist also reiner Vorwand zum Adressen sammeln, der Absender ist gefälscht. Mehr dazu unter http://www.onlinewarnungen.de/warnungsticker/betrug-gewinnspiel-adac-herbstlotterie-ist-eine-taeuschung/

Mit 28 Arbeitsstunden 4.200 Euro im Monat verdienen

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Hier das Schreiben zum Angebot (das ist mittlerweile schon zum 2. Mal erhalten habe), darunter die Stellungnahme des Landeskriminalamtes dazu.

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: Kahl Dienstleistungen [mailto:noreply@job.de]

Gesendet: Dienstag, 5. Juli 2016 01:02

An: Helmut König

Betreff: Arbeitsagentur bietet neue Stellenausschreibungen

An: Hier stand meine komplette Adresse mit Telefonnummer

Wünschen Sie 4200 Euro im Monat verdienen?

Unsere Gesellschaft sucht im Augenblick zuverlässige Kollegen um das Kollektiv in der EU zu verstärken

Der Mitarbeiter ist ca. 7 Arbeitsstunden in der Woche beschäftigt und hat keine Ausgaben zu tragen.

Auch Berufstätige sind für diese Arbeitstätigkeit gut geeignet, da keine wirtschaftliche Ausbildung erfordert wird.

Genauigkeit, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit sollten zu Ihren Stärken zählen, Umgang mit Email und anfängliche PC Kenntnisse sollte auch keine Schwierigkeiten bereiten. Ständige telefonische Erreichbarkeit während der Geschäftszeiten ist ein Muss.

Ihre Tätigkeit ist die Geldflussoptimierung.

Sie kriegen die Mittel im Voraus, direkt auf Ihr Bankkonto überwiesen, und müssen für unsere Kunden Bitcoins erwerben, wofür Sie eine Provision von 20% pro Kauf behalten.

Die Arbeit ist in ganz Europa zu vergeben und derzeit noch frei.

Kontaktaufnahme:

Falls Sie sich angesprochen fühlen, wollen wir Sie kennenlernen, dazu mailen Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen an: Habis.nordpol@gmx.com (E-Mail Adresse verändert)

Ihre persönlichen Daten behandeln wir natürlich vertraulich.

In Erwartung Ihrer Antwort

Kahl Dienstleistungen

Hier die Stellungnahme des Landeskriminalamtes

Sehr geehrter Herr König,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Die vorliegende „Beschäftigungssituation“ und das Angebot der Firma dienen wie von Ihnen vermutet der Geldwäsche.

Eine verbreitete Methode besteht darin unter dem Vorwand eines Arbeitsvertrages den neuen „Mitarbeitern“ der „Firma“ Geld auf ihr Konto zu überweisen, damit diese das Geld dann weiterverschicken können.

Hierdurch wird der Geldfluss verschleiert. Für die Strafverfolgungsbehörden greifbar ist letztlich nur der „Mitarbeiter“ da dieser sein Konto den Kriminellen zur Verfügung gestellt hat. Das überwiesene Geld stammt hierbei aus anderen Straftaten, wie z.B. Kreditkartenbetrug o.ä.

Besonderes bei folgenden „Konditionen“ sollten Sie vorsichtig sein:

▪           Ausländische Firma sucht Mitarbeiter

▪           Es wird viel Geld für wenig Arbeit geboten

▪           Die Tätigkeit umfasst die Annahme von Waren und deren Weiterversand bzw. die Annahme von Geld und dessen Weiterüberweisung

▪           Es werden wichtige Posten in Aussicht gestellt

▪           Es gibt nur begrenzte Stellen

▪           Es wird betont alles sei legal; sowohl in Deutschland wie auch in der EU

Ich rate Ihnen daher dringend den Kontakt zu dieser „Firma“ abzubrechen und die E-Mail zu löschen.

Sollten Sie bereits Zahlungen erhalten haben folgen Sie nicht den Anweisungen der „Firma“ sondern wenden sich bitte direkt an Ihre nächste Polizeidienststelle.

Diese finden Sie hier: https://www.polizei.hessen.de/Dienststellen-Suche/

Derartige E-Mails werden täglich millionenfach versendet, da die Hintermänner zumeist im Ausland sitzen gestalten sich die polizeilichen Ermittlungen entsprechend aufwändig.

Ergänzende Informationen erhalten Sie auch unter: www.polizei.hessen.de, www.polizei-beratung.de oder www.polizei-praevention.de.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Hessisches Landeskriminalamt Zentralstelle für Kriminal- und Verkehrsprävention – Prävention/Cybercrime-

Hölderlinstraße 1-5 65187 Wiesbaden Tel.: 0611 – 83 1314 Fax: 0611 – 83 1305

Funktionspostfach: Praeventioncybercrime.HLKA@polizei.hessen.de

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