Es gibt noch viel zu tun, Teil 8 nur zum Thema DLRG

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Marketingmaßnahmen und Marktverhalten, das ich als verbesserungswürdig einstufe.
Post vom DLRG, indem um Hilfe gebeten wird, weil dem DLRG durch Einbrüche in Rettungsstationen hohe Kosten entstehen. Eigentlich eine gute Aktion, trotzdem würde mich interessieren, wer hier den DLRG beraten hat:

Der Brief ist professionell aufgemacht im Stil von klassischen Direktmails im Direktverkauf – 2 seitig bedruckt inkl. Imitat von handschriftlichen Anmerkungen, Unterstreichungen und Einrahmungen, auch auf dem Umschlag. Damit landet der Brief im gleichen Topf wie gewerbsmäßiges Direktmarketing, das ist aber nicht der Hintergrund des DLRG.

Dazu eine absolut unsinnige Spendengarantie mit einem sinnvollen Hinweis auf Überweisungsträger und Spendenbescheinigung. Die Spendengarantie dazu erweckt den Eindruck von Bauernfängerei.

Dazu ein Block und ein 4-farb-Kugelschreiber im Stil der Weihnachtsbettelbriefe, die uns unaufgefordert Weihnachtskarten schicken und um Spenden bitten, was beim DLRG zusätzlich zu einem unförmigen Briefumschlag und sehr wahrscheinlich auch zu erhöhten Portokosten geführt hat.

Dazu einige amateurhafte Fotoaufnahmen von Schadensfällen bei DLRG Rettungsstationen. Das paßt zu einer gemeinnützigen Organisation.
Versandt an einen schwer nachvollziehbaren Verteiler, zumindest in meinem Umfeld – meine Frau, sonst niemand in der Gegend, den ich kenne und an meine Schwester, die vollkommen anders heißt und 200 km weg wohnt. Beide haben negativ reagiert.

Mein Statement: Die Mischung von drei Varianten des Direktmarketings macht das Schreiben unglaubwürdig. Der DLRG ist ein Verein mit einem guten Ruf, der meiner Meinung nach durch eine solche Aktion beschädigt wird. Der DLRG ist ein Spezialist im Retten von Menschenleben und nicht im Direktmarketing, das sollte bei einer solchen Aktion auch rüberkommen. Das ist anders als beim ADAC, der hat seinen guten Ruf als Verein sicher schon lange verloren.

Also – ein einfaches Schreiben mit der Bitte um Hilfe wäre authentischer gewesen. Mit einem Hinweis, welcher Personenkreis angeschrieben worden ist und warum. Dazu ein paar amateurhafte Fotos mit Überweisungsträger und Hinweis zur Spendenbescheinigung wäre in meinen Augen die seriösere Aktion gewesen. So hat die Aktion für mich den DLRG eher herabgesetzt als gefördert. Aber ich bin natürlich auch wieder der Mysteryshopper, der vielleicht nur zu genau hinschaut.

Es gibt noch viel zu tun Teil 7 2017

caricature-871669_1280 cco lustigMarketingmaßnahmen und Marktverhalten, das ich als verbesserungswürdig einstufe – Vielleicht können wir ja zumindest ein wenig darüber lächeln.

Bei Senec gibt es den Platin-Fachpartner Elektro Heinl Solar GmbH (Nachricht auf Facebook, begleitet von einem Bild von einer geschäftsmäßig freundlich schauenden Mitarbeiterin mit Headset von Heinl): Entschuldigung, aber allein diese Begriffsschöpfung macht mich schon stutzig. Und ich glaube nicht, dass das Bild wirklich eine Mitarbeiterin von Heinl zeigt. So etwas kann man doch so einfach so viel besser machen. Das Bild passt auch nicht zu einem Unternehmen dieser Größenordnung.

Natürlich reagiert sofort ein Kunde: „Leider kümmert ihr euch immer noch nicht um eure Bestandskunden… Seit Anfang Dezember hängt ein Serviceauftrag… Und das während der Garantiezeit (ich vermute bei einem anderen Partner von Senec).

So was umgeht man, wenn man einen Kunden fortwährend über den Stand des laufenden Reklamationsauftrages informiert.

Kaufland Rubbellos: Jedes Los gewinnt: Man beachte das Sternchen, es bedeutet Jeder Teilnehmer erhält einen Kaufland Gutschein in Höhe von 5 Euro für ein CEWE Fotobuch. Das Fotobuch gibt es ab 7,95, das bedeutet also, dass jeder Gutschein mindestens 2,95 kostet, damit ich ein Fotobuch bekomme.

Ich will teilnehmen und gebe meine E-Mail Adresse ein. Ich kann aber nur teilnehmen, wenn ich nachfolgende Bedingungen akzeptiere:

Ich stimme den Teilnahmebedingungen und der dort dargestellten Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten, insbesondere dem Erhalt der Kaufland Newsletter und eines 5 € Gutscheins für ein CEWE Fotobuch per E-Mail, zu. Dazu willige ich in die im Kapitel „Newsletter“ der Datenschutzgrundsätze auf der Homepage http://www.kaufland.de dargestellte Erhebung und Verarbeitung meiner Daten ein.

So ein in meinen Augen blödsinniges Gewinnspiel habe ich lange nicht mehr gesehen.

Post in meinem Briefkasten von Mitsubishi Autohändler aus dem Nachbarort. Neben Bildern von schönen Autos kann ich auf eine Seite gehen und einen Code eingeben. Neugierig, wie ich bin, mache ich das und lande auf der Internetseite des Autohändlers, von dem ich den Prospekt gekommen habe. Ich dachte immer, bei einem Code passiert irgendwas – Ein Kaffee-Gutschein, ein Angebot für eine Probefahrt, ein Sonderangebot – nein, einfach nur die Internetseite des Händlers. Da müsste nochmal jemand über den Begriff Landing Page nachdenken. Und was wohl der Sinn eines Codes ist.

Ich habe in einem sehr schönen Hotel in Füssen geschlafen, alles war perfekt, aber es gab wohl einen Schreibtisch aber keinen Stuhl. Wer sich wohl dabei etwas gedacht hat? Da das Hotel in Ordnung war, hinterlässt es zumindest keinen schlechten Nachgeschmack. Da würde ich wieder hingehen. Aber wie diese Kleinigkeiten doch im Gedächtnis haften bleiben, ist schon interessant.

Amazon Pishing Mail: Sicherheitsbenachrichtigung Identität bestätigen, man kennt das ja, aber: Ganz zum Schluss steht: Sicherheitshinweis: Sie erkennen Spoof oder Phishing-E-Mails oftmals schon in der Anrede. Amazon wird Sie immer mit Ihrem Vor- und Nachnamen anschreiben. Die Anrede in diesem Mail lautete: Sehr geehrter Amazon Kunde.

Was für ein Lehrgang

Sales Manager Frühjahr 2017

Der Dritte Sales Manager Lehrgang bei der IHK Rhein-Neckar in Folge und wieder ein tolles Team von Teilnehmern.

Aus dem Bereich Versicherung und Bausparen, dem Großhandel für Flaschen und Bürobedarf, komplexe technische Geräte oder Dienstleistungen im Bereich Notstrom, Scannertechnik, E-Bike Umrüstung und Lüftung, sowie Callcenter und Bildung war wieder eine bunte Palette an Teilnehmern vertreten.

Ich glaube mittlerweile fast, dass es gerade diese Buntheit ist, die diesen tollen Teamgedanken hervorruft. Darüber hinaus, dass hier der reine klassische Außendienst nicht vertreten ist, sondern die Teilnehmer komplexere Anregungen suchen und bekommen, die über den reinen Verkauf hinausgehen. Es ist heute im anspruchsvollen Verkauf mehr als nur gute Kommunikation gefragt.

Interessant ist auch, dass die Teilnehmer in den Übungen und in der mündlichen Prüfung reale Situationen darstellen wollen, die sie anschließend direkt umsetzen können.

Dieses Mal ist auch etwas passiert, was auf solchen Lehrgängen nur sehr selten vorkommt: Ein Teilnehmer war in einer wichtigen Verhandlung steckengeblieben, bei der die Gefahr bestand, das der angebotene Preis zu einem Verlust führen könnte oder ein Leuchtturmprojekt ganz verloren geht. Aufgrund einer Anregung aus dem Lehrgang konnte der Teilnehmer beim nächsten Treffen berichten, dass die Strategie zum Erfolg geführt hat. Immerhin ein Projekt mit einem Umfang von 26 Millionen Euro Umsatz, für das ein Vertrag abgeschlossen werden konnte.

Es macht Spaß, solche Lehrgänge durchzuführen. Der Sales Manager Lehrgang geht über insgesamt 8 Tags inkl. einer schriftlichen Prüfung. Dazu kommt noch die Präsentation eines Verkaufsgespräches.

Der nächste Lehrgang in Mannheim beginnt im Herbst, Information dazu unter dem folgenden Link https://www.rhein-neckar.ihk24.de/System/Veranstaltungen/Sales-Manager/1348130

Der nächste Lehrgang in Süddeutschland in Weingarten beginnt schon am 1. Juni https://www.unikam.de/eventmanager/weingarten.ihk.de/index/veranstaltung/vid/8824/tid/Z8932016/kategorieID/3

Zufriedenheit und Wirtschaftlichkeit

work-1578830_1280 cco Wirtschaftlichkeit

Vierter und letzter Teil meiner Analyse der Gallup Studie.

Hohe emotionale Bindung eines Mitarbeiters an ein Unternehmen – schön und gut, aber dafür muss ein Unternehmen sich anstrengen. Was ist der Vorteil, den man davon hat – auch das hat die Studie untersucht:

Arbeitsgruppen mit hoher emotionaler Bindung – die oberen 25% – weisen gegenüber Arbeitsgruppen mit niedriger emotionaler Bindung – den unteren 25% – im Schnitt folgende Unterschiede auf:

Sie fehlen 41% weniger am Arbeitsplatz.

In Unternehmen mit hoher Fluktuation ist ihre Wechselbereitschaft um 25% geringer

In Unternehmen mit niedriger Fluktuation ist ihr Anteil sogar 59% geringer

Sie produzieren 28% weniger Schwund

Sie verursachen 70% weniger Arbeitsunfälle

Ihr Anteil an Qualitätsmängeln ist 40% geringer

Sie sind verantwortlich für 10% bessere Kundenkennzahlen,

für 20% mehr Produktivität und für

21% mehr Rentabilität

Auch was das bei z.B. Fehlzeiten bedeuten kann, hat Gallup untersucht. Könnte man bei einem Unternehmen mit 500 Mitarbeitern die Fehlzeit der Mitarbeiter mit niedriger Bindung auf die Größenordnung der Beschäftigten mit hoher emotionaler Bindung an ihre Firma reduzieren (6,5 Tage pro Jahr), so würde dies eine Kostenentlastung in Höhe von ca. 100 Tsd Euro ausmachen.

Es lohnt sich also schon, an dem Thema zu arbeiten.

Was braucht man um zufrieden zu sein

goats-1321013_1280 cco Zufriedenheit

Was braucht man für mehr. Der Futtertrog allein reicht nicht, dritter Kommentar zur Gallup Studie:

Die Faktoren mit der meisten Relevanz für eine emotionale Bindung zu einem Unternehmen sind:

Platz 5: Die Ziele und die Philosophie des Unternehmens, für das ich arbeite

Platz 4: Der gute Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen

Platz 3: Eine herausfordernde und abwechslungsreiche Tätigkeit

Platz 2: Eine Führungskraft, mit der ich vertrauensvoll zusammenarbeiten kann

Platz 1: Die Möglichkeit, dass zu tun, was ich gut kann

Die Faktoren mit der wenigsten Relevanz für eine emotionale Bindung zu einem Unternehmen

Platz 15: Sicherheit des Arbeitsplatzes

Platz 16: Sozialleistungen – Zuschüsse – Annehmlichkeiten

Platz 17: Angebote zur Kinderbetreuung

Platz 18: Bezahlung und Verdienstmöglichkeiten

Platz 19: Anzahl der Urlaubstage

Das hört sich überraschend an, geht über die Herzberg zwei Faktoren Theorie hinaus:

Den einen Faktor nennt Herzberg Hygienefaktor, welcher bei positiver Ausprägung Unzufriedenheit verhindert, aber keine Zufriedenheit erzeugt. Diese werden als selbstverständlich hingenommen und lauten:

Entlohnung und Gehalt,

Personalpolitik, Führungsstil

Arbeitsbedingungen einschließlich Autonomie und Unterstützung

zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitarbeitern und Vorgesetzten,

Sicherheit der Arbeitsstelle und

Einfluss auf das Privatleben

Die anderen Faktoren werden von ihm als Motivatoren bezeichnet und zumeist aus dem Arbeitsinhalt genommen. Sie beeinflussen bei positiver Ausprägung die Leistung eines Mitarbeiters. Sie lauten:

Arbeitsleistung und Erfolg,

Anerkennung,

Arbeitsinhalte,

Verantwortung,

Aufstieg und Beförderung sowie

Wachstum.

Aus beiden Bereichen gibt es offensichtlich Dinge, die ein Mitarbeiter für eine hohe emotionale Bindung an sein Unternehmen braucht.

 

Gallup Vergleich der führenden Industrieländer G7

globe-2091853_1280 Gallup cco

Was ich letzte Woche zu Deutschland geschrieben habe, nun im internationalen Vergleich:

Die angebliche hire and fire nation USA hat die höchste Mitarbeiterbindung, Japan ist weit abgeschlagen. Das hat mich überrascht.

Der Prozentsatz der Mitarbeiter, die angeben, eine hohe Bindung zu ihrem Unternehmen zu haben, liegt in den USA bei 32%.

Danach ziemlich weit abgeschlagen Kanada mit 18 und Deutschland mit 16%.

Großbritannien hält sich mit 13% gerade noch so im zweistelligen Bereich, Frankreich mit 7%, Japan mit 6% und Italien mit 3% liegen am Ende dieser Tabelle.

Bisher bin ich vom Vergleich Japan – USA immer von umgekehrten Vorzeichen ausgegangen.

Bei den Mitarbeitern, die angeben, keine Bindung zu ihrem Unternehmen zu haben ist das Ergebnis leicht unterschiedlich. Mit dem geringsten Prozentsatz, also bestem Ergebnis, führt Kanada mit 12% gefolgt von Deutschland mit 16 und USA mit 17%. Kanada also relativ weit vorn, was ich auch vermutet hätte. Die anderen vier Staaten liegen alle über 20% bis fast 30%.

Wir liegen also in Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht, aber, um ein anderes Beispiel zu bemühen, nur, weil wir ziemlich weit hinten liegen im internationalen Vergleich bei gewaltsamen Tötungen, kann man trotzdem daran arbeiten, die Tötungsrate weiter zu verringern.

Wenn man dazu heute in Deutschland auf die wachsenden Probleme bei der Mitarbeitergewinnung schaut, tragen auch dringende wirtschaftliche Gründe dazu bei, das Unternehmen sich bemühen, die Zufriedenheitsrate der Mitarbeiter zu verbessern. Aber auch hier ist es wie bei manchen Kunden: Man kann es nicht allen recht machen, aber man kann es zumindest gerecht machen.

Jetzt fehlen noch Ergebnisse zum Erfolg von Mitarbeiter Bindung fürs Unternehmen, dazu nächste Woche mehr.

Zufriedenheit

facial-expression-1285183_1280 cco ZufriedenheitGallup Befragung 2016

Gerade ist die jährliche Befragung von Gallup veröffentlicht worden in der Mitarbeiter zu ihrer emotionalen Bindung zu ihrem Unternehmen befragt wurden. Von 100 Mitarbeitern haben in 2016

15 eine hohe emotionale Bindung, ca. 5 Millionen

70 eine geringe, ca. 24 Millionen und

15 ca. 5 Millionen Arbeitnehmer keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen

Das ist im Landzeitvergleich fast identisch zu 2001 und geringfügig schlechter als 2015. Dazwischen gab es ein Tief in 2009 von

11 mit hoher emotionale Bindung

66 geringer und

23 keine emotionale Bindung zum Unternehmen, indem sie arbeiten.

Wir erinnern uns, 2009 war generell ein schlechtes Jahr für die Wirtschaft, speziell die Finanzwirtschaft.

Vielleicht hat ein Teil der Unternehmen aber mittlerweile begriffen, wie wichtig Mitarbeiter fürs Unternehmen sind. Es bleiben aber immer noch 29 Millionen mit latenter Wechselbereitschaft. Ich bin gespannt auf die nächsten Zahlen.

Nächste Woche mehr zur Studie. Der Vergleich mit den USA und mit Japan ist sehr interessant, was schätzen Sie?