Mehrwertsteuersenkung für die Katz?

Konsum

Dauernd wird uns von großflächigen Unternehmensschließungen berichtet. Gerade gestern lese ich dazu in der Zeitung, dass die Mehrwertsteuersenkung verpufft und keinen nennenswerten Effekt bringt.

Ich vermute diese Botschaft kommt hauptsächlich von Unternehmen, die die Mehrwertsteuersenkung nicht an ihre Kunden weitergegeben haben, weil das zu viel bürokratischer Aufwand ist. Die wundern sich jetzt, warum die Kunden nicht mehr kaufen, das muss man erstmal sacken lassen. Dabei ist doch gespartes Urlaubsgeld da, was man ausgeben kann oder will, es herrscht scheinbar Konsumstau.

Dazu eine Momentaufnahme in meinem Umfeld und aus den Nachrichten: E-Bikes sind ausverkauft, Nähmaschinen auch, Möbelgeschäfte boomen, Porsche schreibt sehr gute Zahlen. Restaurants machen mit Abholservice mehr Umsatz als mit Besuchern obwohl sie sinnvollerweise ihre Mehrwertsteuersenkungen nicht an die Kunden weitergeben, aber wo sind wohl diese großflächigen Unternehmensschließungen. Ach ja, alles verzögert wegen dem verlängerten Insolvenzrecht. Dabei wird das Kurzarbeitergeld wohl auf 24 Monate verlängert.

Nennen wir es mal Zweckpessimismus oder Verschwörungstheorie light.  Ein bisschen mehr Optimismus wäre angebracht. Aber Optimismus und deutsch passt häufig genug nicht gut zusammen.

Heutige Momentaufnahme Google Suchanfragen zu diesem Thema: Erst auf Seite 2 kommen positive Meldungen, die die Wirksamkeit bestätigen. Immerhin ist die Inflationsrate im Juli ins Negative gerutscht.

Ich glaube, wenn wir jetzt verhungern, werden wir mit einer Goldmünze auf den Augenliedern begraben.

Die FAZ Umfrage von heute liegt bei ca. 9.000 Beteiligten genau in der Mitte zwischen „Ja, die Senkung hilft mir sehr“ und „nein, ich merke keinen Unterschied“ Ich denke, da ist auch der richtige Punkt, da sollte auch das Ergebnis liegen.

Noch ein kleines Zitat aus der arg gebeutelten Event-Branche: Warum dürfen keine Events stattfinden, es gibt entsprechende Sicherheitskonzepte. Das ist viel besser als die wilden Partys in den großen Städten. Das stimmt, darüber haben wohl bisher zu wenig Politiker nachgedacht.

#mehrwertsteuer #konjunktur #konsumstau #unternehmensschließungen #königskonzept #königskonzeptblog

Übrigens: https://www.deutschlandfunkkultur.de/fuer-die-katz.1306.de.html?dram:article_id=193516

 

Endlich Tag X ist da

Kind aufschwung

Wir kommen langsam zum Ende der Krisenabläufe

Der Tag x ist da, die Phase, wo wir (fast) uneingeschränkt wieder arbeiten können. Die Phase ist im Moment bei 30 – 50% Aktivität je nach Branche und wird sich langsam steigern. Von 0 auf Hundert wird nicht praktikabel sein, das müssen wir uns wohl abschminken.

Der Kundenstrom verstärkt sich, jetzt glaubt man keine Zeit zu haben, aber Zeit kann man planen.

Verfügbare Arbeitszeit kann für einen überschaubaren Zeitraum ausgedehnt werden (Frisöre machen Montag auf), längere Tagesarbeitszeiten in kundenrelevanten Abteilungen, mehr Unterstützer (Familie, Aushilfskräfte, andere Abteilungen) oder eine 7 Tage Woche.

Die in der Krise entwickelten Geschäftsmodelle müssen integriert werden (wenn im Restaurantbereich viel außer Haus geliefert wird und jetzt der eigentliche Restaurantbereich hinzukommt, kann es Engpässe geben). Engpässe sind nicht schlimm, solange der Kunde es nicht merkt. Vielleicht ist auch das in der Krise aus der Not entwickelte Modell das Bessere, dann heißt es behutsam wechseln.

Nicht den zuerst liefern, der zuerst bestellt hat, sondern den, der es zuerst braucht. Nicht jeder braucht Ware sofort, einfaches Nachfragen kann die Liefersituation entspannen helfen.

Nicht gleich ablehnen, wenn man meint, nicht liefern zu können. Erst Auftrag annehmen, dann prüfen, dann zurückrufen und ggf. Alternativ Termin vorschlagen und oh Wunder, manchmal klappt der Kundenwunschtermin überraschend doch.

Beil Lieferschwierigkeiten Kleinmengen vorab liefern ohne Mehrkosten, Hauptsache der Kunde kann arbeiten/verkaufen. Eine Apotheke, bei der wir selbst etwas für unser Geschäft bestellt haben, hat nur einen Teil geliefert und den Rest storniert mit dem Hinweis, dass wir neu bestellen können. Das ist die falsche Vorgehensweise. Das sollte automatisch nachgeliefert werden.

Und: Wenn eine Mehrwertsteuer Reduzierung an den Kunden weitergegeben wird, hat das für den B2C Kunden auf jeden Fall einen symbolischen Effekt.

 

Kundenprozesse überprüfen und verbessern aber wie?

Restaurant

Die Grafik aus dem vorletzten Blogbeitrag zeigt die Kundenprozesse bei einem Geschäftsvorgang anhand eines Restaurantbesuchs. So eine Grafik kann aber auch jedes Unternehmen für seine Prozesse abbilden oder als Workflow in seinem System hinterlegen.

Wenn nun ein solcher Workflow mit Verantwortlichkeiten und der Reihenfolge der Bearbeitung hinterlegt ist, ergibt sich das Ablaufschema z.B. bei einer Kundenbestellung. Anhand dieses Prozesses kann jetzt überprüft werden, an welchen Stellen der Prozess immer wieder hängenbleibt und was die Ursachen dafür sind. Wenn z.B. die Freigabe von Auftragen durch einen Verantwortlichen nicht funktioniert, kann das an fehlenden Stellvertreter Regelungen liegen. Wenn die Ware nicht geliefert werden kann, kann es an falscher Produktions- oder Lagerplanung liegen.

Die Diskussion um solche Prozesse und die Verbesserung der Abläufe führt zu einer Optimierung und damit zu mehr Kundenzufriedenheit.

Da ein Unternehmen selten bei sich selbst einkauft, kann es die Effektivität der eigenen Prozesse nicht so gut überprüfen. Oft macht es Sinn, nicht mit dem Prozess betraute Mitarbeiter oder externe Kräfte wie Mysteryshopper oder Berater in die Überprüfung einzubinden. Spezialisten für Organisationsberatung können in vielen Fällen helfen, weil sie viel Erfahrung aus anderen Branchen mitbringen.

Ziel hier ist aber nicht die Optimierung der Kosten, sondern die Verbesserung der Kundenzufriedenheit, das ist nicht jedem Berater klar.  Das kann auch ggf. im ersten Schritt zu Mehrkosten führen, die aber dann durch Mehrumsatz mehr als ausgeglichen werden können.

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Kundenprozesse überprüfen und verbessern

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Im Beitrag von letzter Woche ging es um die Überprüfung der kundenspezifischen Prozesse im Hinblick auf Maßnahmen, mit denen man Kunden begeistern kann, um so eine engere Kundenbeziehung und eine höhere Empfehlungsrate zu bekommen. Die neue Unternehmensgeneration spricht in diesem Zusammenhang vom uxflywheel, dem Nutzer-Erfahrungs-Schwungrad, das ein Unternehmen antreibt. Positive User Erfahrungen führen zu mehr Empfehlungen und damit zu mehr Kunden, die wiederum positive User Erfahrungen machen u.s.w.

Bei der Überprüfung der userspezifischen Abläufe gibt es drei Unterscheidungen:

  1. Suboptimale Prozesse, die den Arbeitsablauf oder die Qualität eines Produktes betreffen, aber vom Kunden noch nicht bemerkt worden sind.
  2. Prozesse, die den Arbeitsablauf oder die Qualität eines Produktes betreffen und beim Kunden zu Reklamationen führen und
  3. Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeit überfordert sind.

Da der 1. und 2. Bereich eng mit dem 3. verknüpft sind, macht es zunächst Sinn, das Problem der Überforderung zu lösen, bevor man an die Überprüfung der eigentlichen Abläufe geht. Manchmal liegt aber auch die Überforderung im ineffektiven Prozess.

Dazu mehr im nächsten Blog Beitrag

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Kundenprozesse analysieren und bewerten

Mehr Begeisterung in der Kundenbeziehung

Produktionsprozesse sind in den meisten Unternehmen gut organisiert. Das ist notwendig, damit Produkte effizient und kostengünstig hergestellt werden können. Das ist auch machbar, weil diese Prozesse immer gleich ablaufen. Prozesse im Umgang mit den Kunden sind nicht immer gleich und dementsprechend oft genug schlecht organisiert. Mal sind diese Prozesse historisch entstanden, mal in QM Systemen beschrieben und vergessen worden. Selten werden sie auf Effektivität überprüft.

Zwei Modelle bieten sich an, wenn man Organisationsprozesse, in die Kunden eingebunden sind, überprüfen und verbessern will. Da ist zum einen das Kano Modell https://de.wikipedia.org/wiki/Kano-Modell,  dass die Bereiche Basismerkmale, Leistungsmerkmale und Begeisterungsmerkmale beschreibt.

Bild1

Das Bild zeigt, dass die Erfüllung der Basismerkmale des Kunden Voraussetzung für ein Produkt ist und noch keine besondere Zufriedenheit erzeugt. Bei der Leistung steigt die Zufriedenheit in ähnlichem Maße wie die Erwartungen, die erfüllt werden. Jede Erwartung zu erfüllen, kann aber auch unrentabel werden. Begeisterung schließlich wird erzeugt, wenn Leistungen angeboten werden, die ein Kunde nicht erwartet. Allerdings kann es passieren, dass Begeisterung über einen gewissen Zeitraum zu einem Basismerkmal wird. Während im Automobilsektor eine Servolenkung vor einigen Jahrzehnten ein Begeisterungsfaktor war, ist sie heute in den Bereich der Basismerkmale gewandert. Es macht also Sinn, Merkmale immer wieder zu variieren, damit keine Gewöhnung eintritt.

Bezogen auf die Kommunikation mit einem Kunden bedeutet Basis Höflichkeit, Leistung Freundlichkeit und Begeisterung Zuvorkommenheit. Jeder weiß, was Unhöflichkeit für eine Kundenbeziehung bedeutet.

Generell besteht nun in Unternehmen die Ansicht, dass alle Prozesse gut und kundengerecht aufgestellt sind. Nur in anderen Branchen, mit denen man privat oder geschäftlich zu tun hat, fallen Missstände auf. So etwas lässt sich an einem einfachen Modell darstellen, fast jeder war schon mal in einem Restaurant:

Restaurant

Die Grafik zeigt beispielhaft die Prozesse, die in einem Restaurant bei einem Kundenbesuch ablaufen. Sicher fällt jedem Betrachter eine Möglichkeit ein, wie man einen Bereich so verändern könnte, dass Kundenbegeisterung erzeugt wird. Sicher hat auch jeder Betrachter schon mal in der Realität erlebt, wie bei einem bestimmten Prozess in oder um ein Restaurant Begeisterung (oder das Gegenteil) bei ihm erzeugt worden ist.

Lässt sich aber eine solche Situation auf die eigenen Geschäftsprozesse übertragen? Dazu ein sinngemäßes Zitat aus einem Vortrag am Beispiel einer Apotheke: Auf die Aussage der Apotheker, dass sich eine solche Situation nicht auf eine Apotheke übertragen lassen könnte, antwortete der Referent: „Haben Sie schon einmal in Ihrer Apotheke eingekauft?“

Fast niemand kauft in seinem eigenen Geschäft ein und deshalb weiß auch fast niemand so genau, wie gut seine Prozesse vom Kunden angenommen werden. Viele Unternehmen arbeiten mit Mystery Shoppern, um hier mehr Klarheit zu bekommen. Die eigenen auf Kunden bezogenen Prozesse zu untersuchen und zu verbessern ist ein wesentlicher Ansatz zur Kundenbetreuung, zur Kundenbegeisterung und damit auch Kundengewinnung.

Stichpunkte zum Artikel #Basismerkmal, #Leistungsmerkmal, #Kunden, #Verkauf, #kano-modell #Begeisterungsmerkmal, #Königskonzept, #Königskonzeptblog

 

Hier und jetzt in der Krise

Plan 3

Was tun, um einer Krise ihren Schrecken zu nehmen? Die Blockierung des Gehirns hebt man am besten mit einem Plan auf.

Schritt 1 ist die Bestandsaufnahme:

Ist mein Umsatz aufgehoben oder aufgeschoben? Ein Frisör oder ein Erdöllieferant kann nur einen kleinen Teil des verlorenen Umsatzes zurückholen und muss deshalb finanziell anders planen. Ein Werkzeugmaschinenbauer oder ein Softwareanbieter wird eher mit verschobenen Aufträgen zu tun haben. Da ist eine Chance, dass ein großer Teil der Aufträge, wenn auch später, noch ausgeführt werden kann. Es geht jetzt nicht mehr darum möglichst viel Geld zu verdienen sondern so gut wie möglich über diese schwierige Phase hinweg zu kommen.

Kann ich meine geplanten Investitionen noch verschieben oder über einen größeren Zeitraum verteilen, um Liquidität zu behalten. Mit wem muss ich sprechen, um eine laufende Finanzierung zu verändern. Was mache ich mit meinen Mitarbeitern, die ich im Moment nicht beschäftigen bzw. finanzieren kann.

Wenn ich in einer Unternehmensgründungsphase bin, wo steht meine Unternehmensgründung im Moment. Kann ich die Gründung verschieben, kann ich geplante Einstellungen von Mitarbeitern verschieben.

Für Gründer und für Einzelunternehmer ist es gut, wenn sie ein Haushaltsbuch und ein Rechnungseingangs und -ausgangsbuch führen. Das geht beides bequem in Excel und schafft Überblicke, die ein Steuerberater so schnell nicht liefern kann. Ich mache das seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit. So weiß ich sehr genau, welche Einnahmen und Ausgaben geschäftlich oder privat wann auf mich zukommen. Schwarze Zahlen sind super aber Ringeltauben. Rote Zahlen sind wahrscheinlich, tief rote Zahlen brauchen Hilfe.

Erst wenn ich einen Überblick bekommen habe, kann ich über meine Existenzsicherung nachdenken. Vorher weiß ich noch gar nicht, was ich sichern kann oder soll. Wie komme ich an Finanzierungsinstrumente, damit ich eine Krise überleben kann. Welche anderen Hilfsmittel gibt es, um Geld zu verdienen. Welche Hilfsmittel stellt der Staat zur Verfügung.

Firmen können ihre Produktpalette krisengerecht umstellen, im Corona Fall mit der Produktion oder dem Verkauf von Masken oder dem Lieferservice von Restaurants. McDonald Mitarbeiter finden Arbeit bei Aldi, Mitarbeiter von Eventagenturen arbeiten auf dem Spargelfeld, es besteht ein weites Feld für Kreativität. Die laufende Krise hat fantastische Ergebnisse in Bezug auf neue Geschäftsideen hervorgebracht. Aber Vorsicht: denkt beim Thema Kreativität an meinen Blogbeitrag von letzter Woche.

Die Unternehmen, die den Schrecken schnell im Griff haben, sind da erfolgreicher als die, die erstmal im Sumpf des Selbstmitleids versinken.

All das, was ich jetzt beschließe zu tun, packe ich in einen Zeit- und Maßnahmenplan. Bei Plänen gilt: kein Plan ist so schlecht, dass man in permanent umschmeißen müsste und kein Plan ist so gut, dass man ihn nicht ändern darf.

Was noch ins Hier und Jetzt gehört, dazu mehr in der nächsten Woche.

Kreativität in der Krise

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Ach, ist das schrecklich Teil 3

Nach dem ersten Schrecken kommt bei manchen Menschen der Blackout, das Gehirn schaltet ab. Das reicht von „es geht nicht“ bis wir werden alle sterben. Über „es geht nicht“ habe ich im letzten Blog ein paar Dinge geschrieben. Bei „Wir werden alle sterben“ hilft vielleicht ein Coach, aber dafür bin ich nicht so gut geeignet.

Bei manchen Menschen kommt stattdessen ein Kreativschub mit einer Fülle von Ideen, vorletztes Mal habe ich ebenfalls dazu geschrieben. Kreativität ist gut, denn Ideen zeigen Wege und geben das Gefühl, das es weiter geht.

Aber immer neue Ideen bringen mich nicht weiter. Ideen muss ich nach dem Sammeln bewerten, priorisieren und ggf. testen. Die Ideen, die ich im Moment nicht nutze, komen in meine Ideen Datenbank. So brauche ich nicht mehr an sie zu denken und kann sie vielleicht später nutzen.

Und dann muss ich mich auf bestimmte Ideen konzentrieren und versuchen, diese umzusetzen. Ich komme nicht weiter, wenn ich jede Idee nach kurzer Zeit durch eine andere ersetze, ein häufiges Problem bei sehr kreativen Menschen. Einige Methoden zur Konzentration habe ich unter der Überschrift „Wie entstehen neue Märkte“ vor ca. einem Jahr in diesem Blogbeitrag beschrieben https://koenigskonzeptblog.wordpress.com/2019/04/04/wie-entstehen-neue-maerkte/

Wenn ich mich auf bestimmte Ideen konzentriere, kann ich strukturierter arbeiten und komme schneller vorwärts. Strukturiertes Arbeiten ist mein letzter Tipp, um einer Krise, egal welche, ihren Schrecken zu nehmen.

Strukturiert bedeutet, den normalen Arbeitsrhythmus beibehalten. Das schafft Raum, um über die Krise hinweg zu kommen. Aber eigentlich haben wir ja kaum was zu tun! Mitnichten, nächste Woche schreibe ich dazu, was alles zu tun ist und was alles getan werden kann.

Ach, ist das schrecklich

Corona schrecklich

Kundenbeziehungen und Ansprachen in Krisenzeiten

Nach dem Auftakt von letzter Woche nun Teil 1

Wichtigste Regel: Cool bleiben, sonst kann man nicht überlegen.

Es gibt ein englisches Sprichwort das frei übersetzt heißt: Für Vorsorge gibt es keinen Ruhm

Das gilt auch für die Gesundheitsvorsorge, wobei wir im Vergleich zu vielen anderen Ländern sicher noch gut abschneiden. Geht also Vorsorge nur über staatliche Regelungen?

Beim Brandschutz funktioniert das; jeder freut sich, dass es so wenig brennt aber keiner beschwert sich über die Kosten, die das verursacht.

Beim Umweltschutz ist das auch so, da wird sogar die Umwelt sauberer, obwohl sich einige über die Kosten und Reglementierungen beschweren, die die Umweltschutzgesetze verursachen.

Aber zurück zur Überschrift:

Mein letzter Auftrag war am 12. März, der nächste kommt hoffentlich bald. Der meiner Frau war ebenfalls Mitte März, aber sie kann jetzt wieder sein Montag arbeiten (Ich mache Training und Beratung im Bereich Vertrieb, sie hat ein Wellness Studio).

Der Emotionsausbruch von Bäcker Bosselmann mit all seinen Folgen für ihn (siehe Beitrag von letzter Woche) hilft nicht

Über fehlende Vorsorge oder die Unfähigkeit der Politiker oder der Wirtschaft oder die meines Nachbarn oder meines Ehepartners zu schimpfen, hilft überhaupt nicht.

Einstein hat mal gesagt:  „Wenn ich einmal getötet werden sollte und ich nur noch eine Stunde Zeit hätte, um herauszufinden, wie ich mein Leben retten könnte, würde ich die ersten 55 Minuten darauf verwenden, nach der richtigen Frage zu suchen. Hätte ich diese Frage gefunden, bräuchte ich nur 5 Minuten, um die passende Antwort aufzuspüren.“

Es kann sein, dass die offiziellen Entscheidungen nicht immer stimmig sind, aber die Alternative der Heilsbringer und Verschwörungstheoretiker ist schlechter. Im Gegensatz zu Wikipedia ist YouTube kein Anzeichen von Schwarmintelligenz. Das liegt daran, dass viele Menschen Wikipedia überwachen. Bei YouTube, Facebook oder Instagram macht das nur Mark Zuckerberg. Wenn jeder unzensiert schreiben kann, was er will, ist das keine Schwarmintelligenz.

China trifft diktatorische Entscheidungen, wir demokratische, aber wir haben in Deutschland manchmal den Vorteil – oder Nachteil, dass wir alles gern perfekt machen. Ich glaube, in diesem Moment ist es ein Vorteil. Obwohl es manchmal durch unseren Perfektionswahn zu lange dauert.

Helmut Schmidt hat mal fast diktatorisch gehandelt aber dadurch bei der Flutkatastrophe in Norddeutschland viel Schaden abwenden können (das ist schon eine Ewigkeit her).

Die offiziellen Entscheidungen sind das Beste, was wir haben, nicht unbedingt die Richtigsten, das werden wir erst hinterher sehen. Sie sind es auch dann, wenn manchmal der Profilierungswahn der einzelnen Bundesländer und ihrer Minister durchbricht.

Der zweite Schritt nach Cool bleiben ist unsortiert Ideen sammeln, am besten auf einem großen Blatt an der Wand oder in einem Programm oder App wie Trello. Nicht nachdenken über eine Idee, sondern Ideen sammeln. Neue Ideen kommen dazu, das Blatt füllt sich. Was wir damit machen kommt demnächst auf diesem Blog. Ideen sammeln ist nicht nur in Krisenzeiten ein permanenter Prozess.

Wie es weitergeht mit der Serie Kundenbeziehungen, dazu nächste Woche

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Kundenbeziehungen und Ansprachen in Krisenzeiten

Bäckerei

Gerade arbeite ich an einem Webinar zu diesem Thema, da fällt mir doch Gerhard Bosselmann vor die Füße. Sein Video wurde in verschiedenen Varianten über 2 Millionen mal angeklickt. Hier ein Beispiel der Bildzeitung https://www.youtube.com/watch?v=Sg7_ly6nM20

Er rührt die Nation zu Tränen und verschickt gleichzeitig Briefe an seine Mitarbeiter in denen er mit Kündigung droht und einen Shitstorm auslöst. Die ganze Story zum Nachlesen. https://www.rollingpin.de/news-events/corona-virus-baecker-geht-mit-video-viral-und-erntet-shitstorm

Das klassische Problem eines Menschen, der mit dem Bauch denkt und sein Unternehmen wie ein Patriarch führt. Der das Fehlverhalten einzelner sofort auf die gesamte Belegschaft überträgt. Nicht denken, handeln, ist da die Devise.

Ich hatte mal so einen Chef, von dem ein Kollege mal gesagt hat: Meinungsaustausch mit diesem Chef ist, wenn ich mit meiner Meinung zu ihm reingehe und mit seiner wieder rauskomme.

Solche Chefs haben es oft schwer, wenn sie das Ruder an die nächste Generation übergeben sollen, denn sie können nicht loslassen. Ich nenne diesen Führungsstil patriarchalisch oder Häuptlingsstil und er ist in Deutschland verbreiteter, als man annimmt.

Häufig werden die Unternehmen solcher Häuptlinge verkauft statt an die nächste Generation übergeben, weil sich in den Augen der Führer kein würdiger Nachfolger findet. Herr Bosselmann schreibt auf seiner Homepage, dass er drei Kinder hat. Hoffen wir, dass es bei ihm besser klappt.

Es gibt übrigens auf der Internetseite von Bosselmann eine Ethik- und Umwelterklärung. In der kommen bisher seine Mitarbeiter nicht vor. Der letzte Medieneintrag ist von 2011. Für diese Homepage ist wohl der Chef höchst persönlich zuständig. In der Politik nennt man das Chefsache, wenn man das übertreibt, funktionieren manche Dinge nicht mehr.

Das Webinar werde ich Stück für Stück hier im Blog veröffentlichen.

Hier der Überblick:

Vorbereitung auf den Tag X

  • Ach, ist das alles schrecklich
  • Hier und jetzt
  • Vorbereitung auf Tag X
  • Der Tag ist da
  • Umgang mit ungeduldigen Kunden
  • Rückkehr zur Normalität, eine große Chance

People make the Difference

Unterschied

Diesen Artikel habe ich 2013 veröffentlicht, vielleicht passt er auch gerade in die heutige Zeit 

Umsatz, Absatz, Verkauf, Gewinn sind die Leuchttürme unserer Zeit. Nur wer Umsatz macht, wird gewinnen, nur wessen Verkaufszahlen nach oben zeigen, wird anerkannt. Wer aber nur Absatz in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt, hat die Zukunft nicht im Griff. Wirklicher Umsatz, wirkliche Neukundengewinnung kommt aus der Leidenschaft für das Unternehmen, fast wie von selbst.

Alles schreit nach Umsatz 

Tageszeitungen, Wirtschaftsnachrichten und Führungsetagen beherrscht ein Thema; Umsatz und Gewinn über alles. Milliarden werden vernichtet, weil die Quartalsprognose eines Unternehmens nicht den Planungen entspricht. Wir stellen zumeist die kurzfristigen Verkaufs- und Gewinnzahlen so in den Mittelpunkt unserer Unternehmenspolitik, dass dabei alles andere nachrangig ist. Der schnelle Euro soll unsere Unternehmen nach vorn bringen, ohne Rücksicht auf Verluste. Unternehmen werden dabei von innovativen Köpfen gemacht, von organisatorischen weiterentwickelt und von Bürokraten zerstört. Der schnelle Euro jedoch ist nicht von Dauer, er ist kurzfristig ausgelegt und nicht auf nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. Im Wort Kundenbeziehungen steckt nicht umsonst das Teilwort Beziehungen, und die sollten eine andere, viel persönlichere Grundlage haben. 

Verkaufen ist persönlich 

Produkte zu verkaufen, ist ein sehr persönlicher Prozess. Selbst ein Internetkauf braucht eine Vertrauensbasis, es muss der Beginn zum Aufbau einer Kundenbeziehung erfolgt sein. Um wie viel mehr ist dieser Kontakt wichtig, wenn es um hochwertige oder sensible Güter geht, die über den persönlichen Kontakt beim Kunden angeboten werden. Und um wie viel mehr ist dieser Kontakt in Gefahr, wenn der Kunde vom Produkt, vom Lieferanten enttäuscht wird. Kundenbeziehungen scheinen doch etwas mehr zu sein als der bloße Austausch von Ware und Geld.

Außen hui, Innen pfui

Während nach draußen zum Kunden hin oft alles eitel Sonnenschein ist und ein Unternehmen sich häufig als perfekt, umweltbewusst und wettbewerbsfähig darstellt, kriselt es häufig im Innern. Mitarbeiter stehen unter starkem Erfolgszwang, Abteilungen arbeiten nicht zusammen. Es wird unnötiger Druck auf die Belegschaft ausgeübt, oft genug ergießt sich momentaner privater Frust des Vorgesetzten ungerechtfertigt auf Kollegen und Mitarbeiter. Benötigtes Fachwissen oder Produktideen werden auf dem freien Markt eingekauft und ins Unternehmen einsortiert, nicht integriert. In solchen Betrieben ist die Leidenschaft längst erloschen und nur die Bequemlichkeit oder die Angst, keinen neuen Job zu finden, hält die Mitarbeiter im Betrieb. Der Motivationsfaktor, sich mit seinem eigenen Unternehmen, seinen Produkten und seinen Kunden positiv auseinanderzusetzen, ist entsprechend niedrig oder gar nicht vorhanden. 

Menschen machen den Unterschied

Wenn ein Unternehmen im Inneren gesund ist, strahlt es nach außen. Wenn Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen zufrieden sind, sind sie motiviert und daraus kann sich Leidenschaft entwickeln. Motivierte Mitarbeiter denken mit und haben Spaß daran, ihre eigenen Fertigkeiten zu entwickeln. Sie denken über das Unternehmen nach, haben Ideen für neue Produkte und Einkaufsmöglichkeiten und vertreten ihr Unternehmen gegenüber Geschäftspartnern. Natürlich gibt es in vielen Betrieben auch die sogenannten „Stinkstiefel (mal der Chef, mal der Mitarbeiter), aber die große Masse der Mitarbeiter möchte in der Regel Spaß an dem haben, was sie macht. Wenn man Ihnen jedoch den Spaß verdirbt und diesen Motivationsschub nicht nutzt, wird ohne Sinn und Verstand Potential und Geld vernichtet.

Ohne Plan kein Plan

Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern werden von potenziellen Kunden leichter wahrgenommen. So gut Motivation aber auch ist, so gefährlich ist Übermotivation oder Selbstüberschätzung, denn das verschleiert den Blick auf die Realität. Ohne Organisationsinstrumente kann so ein Spaß dann leicht zur Selbstbeweihräucherung werden, man sieht dies manchmal in Unternehmen mit sehr sicheren Absatzmärkten und einer beamtenähnlichen Struktur. Bei aller Leidenschaft funktioniert in einem normalen Unternehmen Neukundengewinnung, Kundenbindung oder Zusatzverkauf ungeplant eher nach dem Zufallsprinzip. Sowie man Konzepte braucht, um eine Produktionsanlage oder ein Projekt durchzuführen, braucht es Organisation, um Kunden zu finden, zu gewinnen und bestehende Beziehungen zu festigen. Der Plan hilft, den Kunden zu finden, der motivierte Mitarbeiter, ihn zu gewinnen. Solche Pläne wie auch andere Instrumente aus IT oder Marketing sind aber nichts weiter als Hilfsmittel dazu.

Anleitung zum Glücklich sein

Motivierte Mitarbeiter brauchen Erfolgserlebnisse. Solche Erfolge erlebt man in einem Unternehmen nach innen und nach außen, wobei die inneren Erfolge leichter zu erreichen sind. Übermotivierte Mitarbeiter versuchen, dieses Konzept nach außen zu übertragen und sind persönlich enttäuscht, wenn Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner nicht verstehen wollen, warum das gerade von uns angebotene Produkt nicht „das Beste“ auf der Welt ist. Hier helfen die vielfältigen Möglichkeiten von Vertriebs-, Organisations- oder Kommunikationskonzepten, Kontakt zum Kunden aufzubauen, Prozessabläufe in einem guten Kunden- und Unternehmensverhältnis abzuwickeln und verstehen zu lernen, dass nicht jedes Nein eines Kunden eine Abstrafung des eigenen Unternehmens ist. Das schafft die Ruhe für den nächsten Kontakt und dadurch vielleicht auch die Basis für den nächsten Geschäftserfolg beim Kunden.

Und vielleicht auch die Ruhe, um mit der momentanen Situation besser fertig zu werden.