Was braucht man um zufrieden zu sein

goats-1321013_1280 cco Zufriedenheit

Was braucht man für mehr. Der Futtertrog allein reicht nicht, dritter Kommentar zur Gallup Studie:

Die Faktoren mit der meisten Relevanz für eine emotionale Bindung zu einem Unternehmen sind:

Platz 5: Die Ziele und die Philosophie des Unternehmens, für das ich arbeite

Platz 4: Der gute Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen

Platz 3: Eine herausfordernde und abwechslungsreiche Tätigkeit

Platz 2: Eine Führungskraft, mit der ich vertrauensvoll zusammenarbeiten kann

Platz 1: Die Möglichkeit, dass zu tun, was ich gut kann

Die Faktoren mit der wenigsten Relevanz für eine emotionale Bindung zu einem Unternehmen

Platz 15: Sicherheit des Arbeitsplatzes

Platz 16: Sozialleistungen – Zuschüsse – Annehmlichkeiten

Platz 17: Angebote zur Kinderbetreuung

Platz 18: Bezahlung und Verdienstmöglichkeiten

Platz 19: Anzahl der Urlaubstage

Das hört sich überraschend an, geht über die Herzberg zwei Faktoren Theorie hinaus:

Den einen Faktor nennt Herzberg Hygienefaktor, welcher bei positiver Ausprägung Unzufriedenheit verhindert, aber keine Zufriedenheit erzeugt. Diese werden als selbstverständlich hingenommen und lauten:

Entlohnung und Gehalt,

Personalpolitik, Führungsstil

Arbeitsbedingungen einschließlich Autonomie und Unterstützung

zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitarbeitern und Vorgesetzten,

Sicherheit der Arbeitsstelle und

Einfluss auf das Privatleben

Die anderen Faktoren werden von ihm als Motivatoren bezeichnet und zumeist aus dem Arbeitsinhalt genommen. Sie beeinflussen bei positiver Ausprägung die Leistung eines Mitarbeiters. Sie lauten:

Arbeitsleistung und Erfolg,

Anerkennung,

Arbeitsinhalte,

Verantwortung,

Aufstieg und Beförderung sowie

Wachstum.

Aus beiden Bereichen gibt es offensichtlich Dinge, die ein Mitarbeiter für eine hohe emotionale Bindung an sein Unternehmen braucht.

 

Gallup Vergleich der führenden Industrieländer G7

globe-2091853_1280 Gallup cco

Was ich letzte Woche zu Deutschland geschrieben habe, nun im internationalen Vergleich:

Die angebliche hire and fire nation USA hat die höchste Mitarbeiterbindung, Japan ist weit abgeschlagen. Das hat mich überrascht.

Der Prozentsatz der Mitarbeiter, die angeben, eine hohe Bindung zu ihrem Unternehmen zu haben, liegt in den USA bei 32%.

Danach ziemlich weit abgeschlagen Kanada mit 18 und Deutschland mit 16%.

Großbritannien hält sich mit 13% gerade noch so im zweistelligen Bereich, Frankreich mit 7%, Japan mit 6% und Italien mit 3% liegen am Ende dieser Tabelle.

Bisher bin ich vom Vergleich Japan – USA immer von umgekehrten Vorzeichen ausgegangen.

Bei den Mitarbeitern, die angeben, keine Bindung zu ihrem Unternehmen zu haben ist das Ergebnis leicht unterschiedlich. Mit dem geringsten Prozentsatz, also bestem Ergebnis, führt Kanada mit 12% gefolgt von Deutschland mit 16 und USA mit 17%. Kanada also relativ weit vorn, was ich auch vermutet hätte. Die anderen vier Staaten liegen alle über 20% bis fast 30%.

Wir liegen also in Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht, aber, um ein anderes Beispiel zu bemühen, nur, weil wir ziemlich weit hinten liegen im internationalen Vergleich bei gewaltsamen Tötungen, kann man trotzdem daran arbeiten, die Tötungsrate weiter zu verringern.

Wenn man dazu heute in Deutschland auf die wachsenden Probleme bei der Mitarbeitergewinnung schaut, tragen auch dringende wirtschaftliche Gründe dazu bei, das Unternehmen sich bemühen, die Zufriedenheitsrate der Mitarbeiter zu verbessern. Aber auch hier ist es wie bei manchen Kunden: Man kann es nicht allen recht machen, aber man kann es zumindest gerecht machen.

Jetzt fehlen noch Ergebnisse zum Erfolg von Mitarbeiter Bindung fürs Unternehmen, dazu nächste Woche mehr.

Zufriedenheit

facial-expression-1285183_1280 cco ZufriedenheitGallup Befragung 2016

Gerade ist die jährliche Befragung von Gallup veröffentlicht worden in der Mitarbeiter zu ihrer emotionalen Bindung zu ihrem Unternehmen befragt wurden. Von 100 Mitarbeitern haben in 2016

15 eine hohe emotionale Bindung, ca. 5 Millionen

70 eine geringe, ca. 24 Millionen und

15 ca. 5 Millionen Arbeitnehmer keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen

Das ist im Landzeitvergleich fast identisch zu 2001 und geringfügig schlechter als 2015. Dazwischen gab es ein Tief in 2009 von

11 mit hoher emotionale Bindung

66 geringer und

23 keine emotionale Bindung zum Unternehmen, indem sie arbeiten.

Wir erinnern uns, 2009 war generell ein schlechtes Jahr für die Wirtschaft, speziell die Finanzwirtschaft.

Vielleicht hat ein Teil der Unternehmen aber mittlerweile begriffen, wie wichtig Mitarbeiter fürs Unternehmen sind. Es bleiben aber immer noch 29 Millionen mit latenter Wechselbereitschaft. Ich bin gespannt auf die nächsten Zahlen.

Nächste Woche mehr zur Studie. Der Vergleich mit den USA und mit Japan ist sehr interessant, was schätzen Sie?

Der alles am Laufen hält

Gerade geschrieben und veröffentlicht, z.B. bei http://bit.ly/2oDLOhw:

marketing-942996_1920 Sachbearbeiter

Er ist die am meisten unterschätze Person in unseren Unternehmen. Er sorgt dafür, dass Dinge in die Wege geleitet werden. Er weiß alles, was man dazu braucht. Es gibt ihn in jeder Geschlechtsausprägung. Er heißt Sachbearbeiter.

Der Sachbearbeiter

Sachbearbeiter sind Arbeitnehmer, die mit der Bearbeitung von definierten Vorgängen beauftragt sind. Die Funktion ist zumeist in einer Stellenbeschreibung für bestimmte Arbeitsgebiete und Abteilungen zusammengefasst. Es heißt Sachbearbeitung, weil es sich dabei zumeist um Verwaltungs- und Büroarbeiten handelt. Sachbearbeiter arbeiten gern zu geregelten Arbeitszeiten und sind zufrieden, wenn sie ihr Tagwerk geschafft haben. Aus dem amerikanischen kommt dazu treffender Weise der Begriff nine to five worker. Management und Außendienst haben oft Schwierigkeiten, die Arbeitsauffassung der Sachbearbeitung zu verstehen. Das gilt aber auch umgekehrt. Verwaltungshengste, oder Stuten, sind keine Sachbearbeiter. Sie pochen eher auf die Einhaltung von Regeln als auf die Bearbeitung von Vorgängen.

Kunden

Im Verkauf werden Sachbearbeiter auch als Verkaufsinnendienst (VKI) bezeichnet. Sie haben normalerweise gute, wenn auch nur telefonische, Beziehungen zu Kunden, weil sie schnell akute Vorgänge für und mit Kunden bearbeiten. Die Fokussierung der VKI und die Lösungsansätze sind immer auf Verkaufsvorgänge bezogen. Ideen beziehen sich auf dieses Umfeld und auf die praktische Arbeit in der Abteilung. Die größten Hemmnisse in der täglichen Arbeit eines Sachbearbeiters sind Vorgesetzte, Außendienstmitarbeiter und fehlende oder unzureichende Entscheidungsbefugnisse.

Außendienst und Vertrieb

Der Außendienst produziert Arbeit fürs Unternehmen. Er ist von seiner Fokussierung auf das heute und morgen ausgerichtet und versucht, seine Kunden zufrieden zu stellen. Sein Kontakt zum Sachbearbeiter hat zumeist nichts mit der Hereingabe von Aufträgen zu tun, sondern liegt im Umfeld der Kundenbearbeitung. Dabei geht es um Angebote, Reklamationen, Musterbestellungen und ähnliche Vorgänge. Solche Prozesse unterbrechen die Alltagsroutine eines Sachbearbeiters, nach amerikanischen Untersuchungen liegt der Zeitverlust durch solche Unterbrechungen bei 28% eines Arbeitstages. So wichtig dabei die notwendigen Unterbrechungen sind, so wichtig ist auch die Selbstdisziplin eines Außendienstmitarbeiters, weniger zeitsensible Aufgaben unterbrechungsfrei zu organisieren. Dazu gehört eine realistische Zeitplanung – nicht alles ist sofort – und eine möglichst unterbrechungsfreie Weitergabe von Aufgaben an den Sachbearbeiter, z.B. am Abend für den nächsten Tag. So lassen sich solche Aufgaben problemlos und unterbrechungsfrei ins Alltagsgeschäft integrieren.

Vorgesetzte und Management

Vorgesetzte und Management bemängeln oft beim Sachbearbeiter fehlenden Ideenreichtum und unzureichende Flexibilität. Da ist gut reden, denn wer Ideen hat und sie auch selber umsetzt, hat auch zusätzlich viel zu tun. Management entwickelt Ideen, braucht sich aber mit der Umsetzung nicht herumzuschlagen. Das ist bei Sachbearbeitern anders, denn deren Aufgabe liegt in der Realisierung. Außerdem liegen auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters Vorgänge, die erledigt werden müssen, damit Angebote geschrieben, Aufträge bearbeitet und Rechnungen verschickt werden. Auf dem Manager Schreibtisch liegen ganz andere Aufgaben, die eine andere Sensibilität haben. Wenn die Projektbeschreibung nicht rechtzeitig fertig wird, gibt’s Ärger mit dem Vorgesetzen; wenn der Auftrag nicht bearbeitet wird, bekommt ein Kunde keine Ware.

Was zusammenhält

Sachbearbeiter, Außendienstmitarbeiter und Manager sitzen an diesen Positionen, weil sie für ihre speziellen Bereiche besonders geeignet sind. Manchmal sind Sachbearbeiter auch gute Kundenbetreuer, umgekehrt ist das bedeutend problematischer. Manager mit einer Sachbearbeiter Mentalität kommen immer wieder in die Gefahr, die Arbeit ihrer Mitarbeiter selbst zu machen, weil „man es ja kann“ und auch ganz gerne macht. Umgekehrt ist für den Sachbearbeiter jede Management Position schwierig, denn er ist nicht gewohnt, übergreifend zu denken und zu agieren. Verständnis für den jeweils anderen und seine Aufgaben sind wichtige Voraussetzungen für ein gut funktionierendes Unternehmen. Das erreicht man zum einen durch gemeinsame Projektarbeit und durch das hineinschnuppern in andere Arbeitsbereiche und Funktionen. Zeitmanagement ist ein anderes ergänzendes Element dazu, denn es hilft, Arbeit anderer Bereiche besser zu verstehen, sich besser zu organisieren und genauer zu delegieren.