Ungewöhnliche Bilder und Geschichten

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Mann erbeutet 44.000 Euro am Pfandautomaten:

Er führte ein und dieselbe Pfandflasche um die 180.000-mal in einem Pfandautomaten ein. Mit einem Holztunnel und einem Magnetsensor manipulierte er den Pfandautomaten so, dass er die Flasche zwar einscannte und das Pfand verbuchte, sie aber nicht schredderte. Das war zwar recht mühsam, aber Respekt.

Wer sich fürchtet, gewinnt

Ein Mann in Schweden stand wegen eines nicht angemeldeten Mopeds vor Gericht. Seine Verteidigung: Angst vor offiziellen Dokumenten. „Officaldocuphobia“ wird diese offenbar krankhafte Angst getauft. Da der Mann wegen anderer Delikte im Straßenverkehr verurteilt wurde, könnte das der Grund gewesen sein, die Fahrt mit dem nicht angemeldeten Moped nicht zu ahnden. Eine Frau in NRW hat mit ähnlichen Argumenten vor einigen Jahren aber keinen Erfolg gehabt.

Anwältin fängt Pokémon im Gericht.

Beim Warten auf einen Termin erwischte eine Anwältin ein Pokémon auf den Schuhen eines Wachtmeisters, während sie auf einen Termin wartete. Daraus konstruierte der Kölner Express einen Rausschmiss der Anwältin durch den Wachtmeister. Das Düsseldorfer Amts- und Landgericht achtet Zitat „im Rahmen des Hausrechts darauf, dass der ordnungsgemäße Dienstbetrieb im gesamten Gebäude gewährleistet ist. Bei Verstößen gegen die Hausordnung werden im Einzelfall die erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ergriffen“. Das war aber bei diesem Pokémon nicht der Fall.

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Wüsten können ein Traum sein, Prozesswüsten ein Alptraum

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Es gibt noch viel zu tun Teil 7

Dauernd reden die Menschen von Servicewüsten. Nachstehend mal ein paar Prozesswüsten im Finanzgewerbe.

Vorab; bei allen Banken und Kreditkarten Unternehmen sei zur Ehrenrettung gesagt: an den Mitarbeitern lag es nicht. Alle waren freundlich und zuvorkommend, alle haben versucht, mir zu helfen. Es liegt im Ablauf, in der Organisation, im Ich bezogenen Denken der Unternehmen. Es wird bei bestehenden Kunden nur in Prozessen, nicht in Service und Kundenbezogenheit gedacht. Mystery Shopper wären hier eine gute Lösung, die aber neben den Mitarbeitern vor allem die Prozesse im Auge haben sollten.

Meine Volksbank

Jedes Mal bekomme ich von meiner Volksbank eine kleine Ohrfeige, wenn ich mich falsch im Internet abgemeldet habe. Bei nächsten Mal kommt ein umfangreicher Hinweis, was ich alles falsch gemacht habe und wie gefährlich das ist „Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie jedoch immer daran denken, die Online-Anwendung per ‚Abmelden‘ zu verlassen, damit kein unberechtigter Zugriff auf Ihre persönlichen Daten möglich ist und so weiter…“. Ich bekomme die Meldung auch, wenn ein Vorgang aus dem Internet oder bankinternen Gründen abgebrochen wurde. Ich liebe diese süffisanten Aussagen, wenn mich jemand kritisiert, aber natürlich nur das Beste für mich will.

Na, da denken wir, das ist ja alles in Ordnung, dass macht die Bank ja nur, damit das Konto sicherer ist. Es ist aber die einzige Bank, die so etwas macht, alle anderen Banken, Shops und Portale machen das nicht. Folgern wir daraus, dass alle anderen unsichere Zugänge in Kauf nehmen oder die eine Bank einen überwiegend unsinnigen Hinweis gibt? Auf jeden Fall ärgere ich jedes Mal, wenn ich den Text sehe – vielleicht nur unterbewusst – aber ob das das ist, was die Bank will oder ob da einfach nur Gedankenlosigkeit sitzt? Es macht auch nur diese Bank, der Rest ist vernünftig.

Jetzt soll ich neue Nutzungsbedingungen akzeptieren für mein Postfach. Beim Einloggen in mein Konto werde ich dazu gezwungen, ich kann nicht ausweichen. Dazu muss ich ein Formular herunterladen, dass viele Daten zum Ausfüllen enthält, die ich aber nicht ausfüllen muss (sehr wahrscheinlich für die normale Bestätigung, wenn ich das Formular in der Bank unterschreiben würde). Danach muss ich meinen Tan Generator aktivieren, um das Formular oder die Übermittlung des Formulars zu bestätigen. Man scheint nicht in der Lage zu sein, ein für mich individuelles internetkonformes Formular mit meinen Daten zu erstellen. So habe ich jetzt bestätigt, ein nicht ausgefülltes Formular heruntergeladen zu haben.

Und meine Sparda Bank

schickt mir ein Schreiben und kündigt mit Kontoführungsgebühren an. Als ich anrufe und mich beschweren will, erfahre ich, dass das für einen anderen Kontotyp ist und für mich nicht gilt. Die Bank ist natürlich der Meinung, dass jeder Kunde weiß, was für einen Kontotyp er hat. Wissen Sie, was für einen Kontotyp Sie haben? Schon wieder diese Selbstverständlichkeit, dass ein Lieferant unterstellt, dass sein Kunde das gleiche Wissen hat wie er selbst.

Meine ehemalige Bank, die Sparkasse hat mich als Kunden verloren, als ich eine Funktion, die ich eingerichtet hatte, rückgängig machen wollte. Das ging nicht, ich hätte ein neues Konto eröffnen müssen. Das habe ich dann auch gemacht, aber bei einer anderen Bank.

Das schönste zum Schluss von meiner Kreditkarte: Eine SMS von Barclay, dass ich 160 Euro überweisen soll, Barclay hat einen Abbuchungsauftrag. Da ich nicht weiß, ob die SMS gefakt ist, gehe ich in meinen Account und setzte eine diesbezügliche Nachricht ab. Da keine Reaktion erfolgt, rufe ich an. Man teilt mir mit, dass meine Abbuchung zurückgekommen ist und deshalb meine Karte gesperrt ist (das hätte man in der SMS auch schreiben können. Außerdem kann man so etwas vor der Abbuchung prüfen – Xing macht das z.B., dann passiert so etwas nicht). Ich ändere die Kontoverbindung telefonisch, das diesbezügliche Schreiben, das einen Tag später kommt soll ich ignorieren. 2 Tage später schickt mir Barclay eine Mail, indem mitgeteilt wird, dass eine Nachricht auf meinem Account liegt. Als ich versuche, diese Nachricht zu lesen, ist mein Account gesperrt. Ich rufe an, um zu erfahren warum, es ist zwar jemand da, aber für die Sperrung muss ich bis Montag warten, niemand ist zuständig. Mein Blutdruck steigt. Am Montag erfahre ich, dass ich auch diese Mail nicht beachten soll, es ist ja schon alles geklärt.

Ich hätte nie gedacht, dass eine Kreditkartengesellschaft so unprofessionell sein kann. Zum Glück besitze ich noch andere Kreditkarten.

Die Santander Bank hat auch ein Problem, wenn Kunden zu knapp die Kreditkartenabrechnung überweisen. Es kommt dann zu einer zusätzlichen Abbuchung. Aber da ist das Problem, weil bekannt und in Arbeit, nach 3 Minuten Telefonat geklärt und erledigt. Die Karte werde ich weiter nutzen. Aber im Gegensatz zu Barclay ist hier das Ändern einer Kontoverbindung ein hoch komplexer Formular Prozess, der mich Zeit und Nerven kostet. Da ist also auch nicht alles eitel Sonnenschein.

Fazit: Hier gibt es gut ausgebildete und freundliche Mitarbeiter mit einer hohen Motivation in Unternehmen mit serviceunfreundlichen Prozessen. Irgendwann schützt auch der beste Mitarbeiter nicht mehr vor Kundenverlust.

Mal zwischendurch ein paar kuriose Dinge, die die Welt nicht wirklich braucht

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Es sei denn, um sich von den schnöden Themen des Alltags abzulenken.

Nachdem der Amerikaner Richard Halliburton 1928 den Panamakanal in ganzer Länge durchschwommen hatte, musste er 36 Cent Gebühr für die Durchquerung bezahlen. Er wurde wie ein Wasserfahrzeug nach Tonnage eingestuft.

Tomaten und Gurken sind biologisch betrachtet Beeren. Erdbeeren und Himbeeren dagegen nicht. Bei Erdbeeren handelt es sich um Sammelnussfrüchte und bei Himbeeren um Sammelsteinfrüchte.

Eine Fliege, die gerade in ein Wasserglas gestürzt ist, kann man wiederbeleben, indem man sie mit Kochsalz bestreut (bitte nicht ausprobieren, einfach nur glauben).

Durch die Wedelrichtung eines Hundes mit dem Schwanz kann man erkennen, wie er sich fühlt. Wedelt er mehr nach links, würde er am liebsten weglaufen. Wedelt er mehr nach rechts, freut er sich.

Zweisprachige Menschen rechnen nicht in ihrer Muttersprache oder der vorherrschenden Sprache ihrer Umwelt. Sie nutzen beim Kopfrechnen vielmehr die Sprache, in der sie die entsprechenden Rechenarten erlernt haben.

Wenn also ein Tag nicht so erfolgreich gewesen ist, helfen solche scheinbar nutzlosen Ablenkungen, aus einer Negativschleife herauszukommen und neu anzufangen.

Wie bewertet man Kreativität:

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Gestern auf dem Ressourcenkongress in Frankfurt ein Beitrag von Bernhard Wolff zum Thema Kreativität. Aus der Erinnerung:

Stellen Sie folgende Aufgabe an eine Gruppe:

Suchen Sie Alternativen beim Fußball zum Elfmeterschießen, sie haben 60 Sekunden Zeit.

Die kreative Bewertung erfolgt in drei Bereichen:

  1. Wie neu sind die Ideen bzw. wie weit sind sie vom Thema der Fragestellung entfernt
  2. Wie verschieden sind sie vom Thema, wie stark unterscheiden sie sich von anderen Beiträgen
  3. Wie viele Ideen konnten aufgeschrieben werden, 3-4 ist gut, 5-6 ist noch besser.

Hinweis, den Vortrag zur Veranstaltung können die Teilnehmer des Kongresses bekommen, wenn Sie sich bis heute Abend auf der Seite von Bernhard Wolff für seinen Newsletter registrieren.

Existenzgründung 2016

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Ein paar Super Ideen zur Existenzgründung, ausgezeichnet mit dem Gründerpreis 2016 in Hessen. Laudatio von Tarek Al-Wazir, hessischer Staatsminister . Was interessiert uns daran besonders? Der Nutzen für den Kunden? Ich habe es mal mit Fettdruck versucht.

Eva Schönherr aus Fulda mit der Herrenmaßschneiderei „Der schöne Herrhttp://www.der-schoene-herr.de/

Christoph Seipp aus Gießen mit einer wärmenden Decke http://www.mykolter.de/

Andreas Uhlmann aus Schlüchtern geht hoch hinaus mit http://www.high-solutions.de/

Jesco Mann und Jens Iwan versüßen uns das Leben auf http://www.conditcouture.com/ Da die Website noch in Arbeit ist, hier ein paar Impressionen http://bit.ly/2fQvF75

Robert Matheis aus Solms mit verträglichem Gebäck in der https://www.maisterei.de/

Silke Tremel aus Neu Isenburg mit einem menschenwürdigen Leben und http://www.homeinstead.de/

Matthias Leppert und Thomas Weidmann mit neuen Hörerfahrungen im http://www.homburger-hoerhaus.de/

Joana Sandkühler und Jonas Berger zeigen dass gluten- oder laktosefreie Lebensmittel nicht auf Kosten des Geschmacks gehen müssen http://www.noglla.de/

Und Joseph und Johannes Schreiter haben ein Küchenbrett, dass es „an“ sich hat https://www.frankfurter-brett.de/

Es gab noch in verschiedenen Rubriken Sonderpreise für diese Gründer, aber gewonnen haben alle. Viel Erfolg weiterhin.

Es gibt noch viel zu tun Teil 6

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Einladungen: Eine Einladung zu einer kostenfreien Veranstaltung. „Sie haben noch Glück, wir haben noch einen Platz für Sie. Die Veranstaltung ist eigentlich ausgebucht. Sie können aber noch beliebig viele Freunde mitbringen“. Da entlarvt sich gerade jemand selber. Die Veranstaltung kostet eigentlich 197 Euro – Noch ein Scherz.

Auf einer Restaurantkarte ganz zum Schluss:

„Extras kosten Zeit und Geld, so ist das wenn man umbestellt“, gefolgt von einem Smiley.

Auch wenn das Smiley die Aussage ein wenig abschwächt, solche Anmerkungen führen zu Aussagen wie:

„Hat ganz gut geschmeckt aber für eine Umbestellung von Kartoffeln auf Pommes mussten wir extra bezahlen und es hat noch lang gedauert“.

Warum sind wir immer noch oft zu unverfroren zu glauben, dass das, was wir uns für den Kunden ausgedacht haben, auch das Richtige für ihn ist und das Kunden Erziehung möglich ist. Möchten wir von unseren Lieferanten erzogen werden.

Wenn Umbestellungen mit Aufwand verbunden sind, warum bieten dann andere Restaurants für ihre Gerichte beliebige Beilagen an?

Wie würde wohl dieses Restaurant reagieren, wenn dieser Text in den Lieferbedingungen seines Lieferanten stehen würde?

Datensammeln

Gerade hat mir American Express die letzten Exklusiv Karten für ein Konzert mit Helene Fischer angeboten. Ich dachte immer, Datensammeln im Internet wird deshalb gemacht, damit Werbung genauer auf den Interessenten zugeschnitten werden kann. Da hat American Express wohl etwas falsch verstanden. Ich zumindest habe noch nie im Internet etwas in Zusammenhang mit Helene Fischer gesucht. Dazu erreicht mich heute Morgen auch noch folgende Warnmail: Achtung, wenn Sie eine Mail mit dem Hinweis bekommen „Kostenlose Freikarten für ein Konzert von Helene Fischer“, bitte nicht öffnen. Die Mail enthält kostenlose Freikarten von Helene Fischer (Arme Helene, aber ich glaube, sie kann gut mit so etwas leben).

Organisation

Vor einigen Jahren haben wir eine Veranstaltung geplant, bei der sich die Teilnehmer per Fax über die IHK anmelden konnten. Der zuständige Mitarbeiter ist aber in Urlaub gegangen und hat für diese Zeit sein Faxgerät abgestellt. Es konnte sich also niemand anmelden.

Gerade ist eine Veranstaltung bei einer öffentlichen Organisation geplant. Ich wollte dazu eine Nachricht schicken, bekomme als Antwort, dass die Nachricht nicht zustellbar ist, weil ein Mitarbeiter in Urlaub ist. Wohlgemerkt, ich habe die Nachricht nicht an einen Mitarbeiter geschickt, sondern an eine Fachabteilung.

Solche Dinge passieren, wenn keine funktionierenden Vertretungsregeln existieren und wenn Fachbereichs E-Mail-Adressen gedankenlos an einzelne Mitarbeiter weitergeleitet werden.

Der eine mag ihn, der andere mag ihn nicht

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„Einer der besten Verkaufstrainer“ steht auf der Seite von Galal, ich war auf seinem 2-tägigen Seminar in Wetzlar, eingeladen zum kostenlosen Besuch.  Der mystery Shopper in mir sagt: Da musst du hin, ich will wissen, wie er sein Geschäft macht.

Es ist wie bei Höller, über solche Veranstaltungen kann man nicht wenig schreiben.

Ich habe mich lange davor angemeldet, zuerst war die Organisation gut, dann wurde sie im Laufe der Zeit schlechter. Ein Kollege, der sich noch kurzfristig angemeldet hat, bekommt neben vielen Mails den Hinweis, dass die Arena so gut wie ausgebucht ist, er aber noch so viele zusätzliche Teilnehmer mitbringen kann, wie er will. Ein Wiederspruch, der nicht nötig wäre.

Das Einchecken läuft ein wenig chaotisch, viele handgeschriebenen Namensschilder, schwierige Platzsuche. So viele Leute sind auch nicht einfach zu händeln. Die Rittal Arena ist fast voll, lt. Internetseite passen maximal 5.000 Leute hinein. Galal spricht von einer Verdopplung der Anmeldungen auf über 7.000 – wohlgemerkt, von Anmeldungen, nicht von Teilnehmern. Im Seminar lernen wir den Begriff der „kunstvollen Wahrheiten“, vielleicht ist das eine davon. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland. Der Beginn verspätet sich wegen den Eincheck-Schwierigkeiten, es wäre sicher gut, wenn man die Teilnehmer darüber informieren würde, statt sie warten zu lassen. Er hat auch mindestens 100 Personen da, die ihm helfen, das hätte man mit so viel Personal besser lösen können. Davon sind viele Verkaufsmitarbeiter, ihre unterschiedlichen Arten sich zu präsentieren lassen darauf schließen, dass sie erfolgsabhängig bezahlt werden.

Im Bereich der Halle gibt es Verkaufsstände, wie Galal sagt, von seinen Kunden. Allein drei Verkaufsstände beschäftigen sich mit dem Verkauf von Gold und Diamanten. Die Teilnehmer Struktur ist also gut situiert. En Stand gibt Mietkosten von 2.800 Euro an, damit könnte er die Mietkosten für die Halle eingespielt haben.

Die Unterlagen haben einen professionellen Einband, der Inhalt ist aufgebaut wie ein Aufgabenheft in der Schule mit Textlücken, die ausgefüllt werden müssen. Das könnte man besser machen, das wirkt nicht professionell.

Er hat begeisterte Fans, er kommt ein wenig wie ein Held durch die Menge auf die Bühne und er macht – Respekt – das Programm fast allein, volle zwei Tage Der erste Tag gefällt mir gut, obwohl es von 10.00 Uhr bis 21.00 Uhr geht, halte ich durch. Die Verkaufsangebote berühren mich nicht, aber als er ein Angebot von 10 Euro für eine CD mit begrenzter Stückzahl macht, hechten einige Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes zu den Verkaufstischen.

Seine Seminarangebote zelebriert er scheinbar spontan, die anschließende Präsentation als Slide zeigt, dass es nicht so ist. Vier Tage Seminar für unter 1.000 Euro erscheint günstig, aber Filmaufnahmen von seinem 9 Tage Seminar am zweiten Tag zeigen hunderte von Menschen in seinen Trainings. Da kommt schon Geld zusammen.

Er motiviert zum gegenseitigen Kennen lernen, ich komme schnell in Kontakt mit Menschen um mich herum. Seine Slogans „Gut oder gut“ bzw. „Du kannst alles was du willst“ werden in den 2 Tagen gefühlte 100-mal zelebriert. Fast jede Sequenz wird von den Teilnehmern in zweier Gruppen nachgearbeitet. Zwischendurch kommt immer wieder Conny, die mit Tanz und Mitmacheinlagen die Stimmung hochhält (das Bild ist von einer Sequenz, bei der wir alle kleine Lichter an den Fingern befestigt hatten). Das sieht noch viel toller aus, als man auf dem Bild sehen kann.

Es gibt immer wieder Entspannungseinlagen in Form von Hypnosesequenzen (?), wo er unser Unterbewusstsein beeinflussen will, um uns zu helfen. So habe ich das zumindest verstanden. Das ist nun gar nichts für mich, es ist langweilig aber andere Teilnehmer legen sich quer in den Saal oder über Stühle, um es zu genießen. Er spricht sehr häufig von negativen Glaubenssätzen, die er ändern will. Da habe ich ein Problem, mir fallen bei mir keine ein.

Sein „Lieblingsteilnehmer“ hat seinen Umsatz von 1 Million auf 8 Million gesteigert, hat mittlerweile 10 Firmen und ist im Hauptberuf Soldat. Der braucht natürlich dringend eine Strategieberatung, denn um aus 8 Millionen 80 Millionen Umsatz zu machen, sollte er zuerst seinen Job als Soldat aufgeben. Konzentration ist wichtig aber der letzte Satz kommt nicht von Galal sondern von mir.

Der zweite Tag ist chaotischer, irgendwie passen die Zeiten nicht, der Unterlage fehlt meiner Meinung nach der rote Faden und die Planung der Pausen geht verloren. Er ist kürzer von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr aber es sind immer noch sehr vielen Menschen da. Es wird langsam langweilig, die letzte Sequenz nehme ich nicht mehr mit. Jochen Schweizer, der zwischendurch einen Vortrag hält, kann mich auch nicht wirklich fesseln. Es gibt aber für alle Sequenzen genug dankbares Publikum. Irgendwann versucht auch Galal ein wenig zu weinen, sehr wahrscheinlich vor Erschütterung vor der Tatsache, dass er einen Menschen mit vielen Krankheiten innerhalb einer Stunde geheilt hat. Ja, Gottähnlich zu sein ist schon ganz schön erschütternd.

Zwischendurch packt er eine Türe mit verschiedenen Artikeln und 5 Einladungen zu Seminaren von ihm im Wert von jeweils 197,- Euro (Fast wie der Marktschreier auf der Kirmes). Als er von Gesamtpreis von ca. 1.100 Euro sein Angebot vorstellen will, lasse ich mich von ihm aufs Glatteis führen. Ich schätze 399, mein Nachbar schätzt 100. 100 stimmt, die Seminargutscheine von 197 Euro sind dann höchstwahrscheinlich ähnlich wie in Wetzlar kaum wertvoll, da viele Teilnehmer kostenlos teilnehmen können. Im Netz finden sich Gutscheine für 8 Euro, 19 Euro und ähnlich. Alle, die ich getroffen habe, haben gar nichts bezahlt. Mein Nachbar hat deshalb richtig geschätzt, weil er das Paket im letzten Jahr für 100 Euro gekauft hat.

Anmerkungen zum Schluss

Ein früherer Teilnehmer erwähnte in seiner begeisterten Rede über das erfolgreich absolvierte Seminar, dass er jetzt für Galal als ehrenamtlicher Coach arbeitet. Galal sprich oft davon, dass er sehr viel Geld verdient, dass passt mit ehrenamtlichen Tätigkeiten von ehemaligen Seminarteilnehmern für ihn ethisch nicht so gut zusammen.

Galal versucht sehr oft, sich von dem Bereich des positiven Denkens abzugrenzen. Man bekommt den Eindruck, dass er sich hier von einer anderen Methode, von einem Wettbewerber abgrenzen will.

In der vorletzten Session präsentiert er nach einer grandiosen Vorbereitung Seminarpakete mit Sonderpreisen wie gewohnt auf dem Flipchart. Auf den ergänzenden Slides sind zusätzlich Partnerpreise zu sehen, die erheblich günstiger sind, die aber nicht erwähnt worden sind. Das könnte ein Grund sein, warum viele Leute die Seminare nicht gekauft haben, weil sie auf die günstigeren Preise gewartet haben.

Er schreibt, dass er schon 1,5 Millionen Menschen erreicht hat. Seine Abruf- und Gefällt mir Zahlen bei You Tube und Facebook sind überschaubar.

Galal sagt, er kann verkaufen – Präsentieren kann er – Fans hat er auch – wie er sich in einem persönlichen Verkaufsgespräch verhält, weiß ich nicht. Ich bleibe bei der Behauptung, dass Trainer dominant sein müssen, um Menschen trainieren zu können und dominante Menschen können nicht gut verkaufen. Vielleicht ist aber die offene Präsentation eine andere Möglichkeit, wie Verkaufstrainer verkaufen können. Bei Galal funktioniert es offensichtlich.

Galal hat grammatikalische Eigenarten, ein Deutsch Spezialist kann sicher besser beschreiben, was das für Eigenarten sind. Sie stören aber den Seminarverlauf nicht.

Fazit: Da kann man hingehen, es ist ein großer Spaß über zwei Tage, wer Seminare und Bücher kaufen will, kann das tun, es gibt aber keinen offensichtlichen Zwang, nur gute Präsentation. Alle haben ein erlebnisreiches Wochenende hinter sich. Ich habe keine enttäuschten Gesichter gesehen.

Ich war auch bei Höller https://wordpress.com/posts/koenigskonzeptblog.wordpress.com?verified=1

der Programmablauf ist dort ähnlich aber Galal schafft es mehr, die Teilnehmer zu fesseln. Bei Höller habe ich nicht so lange durchgehalten. Galal hat auch zu Beginn ein Kommittent zum dableiben eingefordert, das ist sicher auch eine gute Idee.