Wertschätzung in Klinik und Eisdiele

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Im Urlaub war ich eine Woche in einer Kur. Die meisten Krankenkassen bezuschussen so etwas in der Form, dass der Kurende die Unterkunft bezahlt und die Krankenkasse die Anwendungen. Mehr dazu erfahren Sie unter http://www.gesundheitsservice-management.de/aktivwoche/. Das aber nur am Rande und ganz so extrem wie auf dem Bild war es nicht.

Ich hatte überwiegend gute und kompetente Therapeuten, zuvorkommendes Personal im Service, speziell in der Küche. Die Behandlungen waren aber nicht gut zeitlich abgestimmt, es gab keine Aktionen um die Gruppe der Teilnehmer miteinander bekannt zu machen und keine zentralen Ansprechpartner (so wie das bei anderen Kliniken ist, die an diesen Aktionen teilnehmen).

Auf der Abschlussbesprechung erfuhren wir, dass das daran liegt, dass man die Behandlungen um die anderen „normalen“ Behandlungen als Lückenfüller herum legt, man die Beschwerden kennt aber die Ansprüche der Kurteilnehmer auch nicht so richtig befriedigen kann und deshalb das Konzept zum Ende dieses Jahres aufgeben wird. Außerdem würde das Projekt bei den Summen, die die Teilnehmer zahlen, auch nicht besonders viel Ertrag abwerfen.

Wenn das so ist und man Patienten als das 5. Rad am Wagen behandelt, sollte man das nicht auch noch mitteilen. Dann beißt man die Zähne aufeinander, zieht das durch, und gibt dieses Konzept stillschweigend auf. Hier fehlt es einfach an Wertschätzung eines Kunden.

Vergleichen wir das mal mit einer Eisdiele, in der wir einen Kaffee trinken; der Kaffee ist gut, das Personal freundlich aber die Organisation ein wenig chaotisch. Als der Besitzer uns am Schluss fragt, ob wir zufrieden sind und wir auf die Missstände hinweisen, kommt dann sinngemäß folgende Antwort:

Ja, wir machen den Kaffee ja eigentlich nur so als Lückfüller zwischen den Eisbestellungen, wir kennen diese Beschwerden und haben da auch keine richtige Idee für die Lösung und werden deshalb demnächst auch keinen Kaffee mehr verkaufen. Außerdem bleibt bei dem Betrag, den wir für den Kaffee bezahlen, auch nicht besonders viel Ertrag über.

Unvorstellbar in einem Cafe aber vorstellbar in einer Klinik? Das Café würde sicher ziemlich schnell zumachen, mal sehen, wie lange die Klinik durchhält.

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