Neue Form der Mitbestimmung

CFO: What happens if we invest in developing people and they leave us? CEO: What happens if we don’t and they stay?

Mitarbeiterintegration für den Unternehmenserfolg 

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Mitbestimmung, dieses magische Wort, auf Wolken getragen von Gewerkschaften, in den Boden gestampft von Unternehmerverbänden. Das Arbeitskämpfe ausgelöst hat, Aussperrungen bewirkt und Feindschaften zwischen den Sozialpartnern ausgelöst hat.

Die einfachste bekannte Form der Definition von Mitbestimmung ist, dass Arbeitnehmer etwas haben wollen, was ihnen ein Arbeitgeber nicht geben will. Hervorgegangen ist sie aus den Anfängen der Großindustrie, wo viele ungelernte, leicht austauschbare Arbeitskräfte unter teilweise unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Hier sind durch die Bildung von Arbeitnehmervertretungen viele wichtige Dinge erreicht worden, ohne die unsere heutige Gesellschaft nicht denkbar wäre.

Mitbestimmung als Perversion

In unserem Drang zur Perfektionierung führt diese Art der Mitbestimmung heute allerdings manchmal zur Perversion. Wenn z.B. bei einer Personaleinstellung fünf Mitarbeiter des Unternehmens einem Bewerber gegenübersitzen, damit Mitbestimmungsfunktionen gewahrt sind, kann man sich vorstellen, welcher finanzielle Aufwand schon bei mittleren Betriebsgrößen bei Einstellungsgesprächen getrieben werden muss. Und welche Auswirkungen bei größeren Unternehmen möglich sind, sieht man am Beispiel des Bestechungsskandals im Zusammenhang mit dem Betriebsratsvorsitzenden bei VW.

Wer braucht noch ungelernte Arbeitskräfte?

Mitbestimmung wandelt sich. Nachfrage nach ungelernten Arbeitskräften ist kaum noch vorhanden, Qualifikation, Intelligenz oder fachliche Kompetenz sind gefragt. Dazu kommen Anforderungen an Motivation, Einsatzfreude oder Selbstbewusstsein. Unternehmen müssen im Rahmen von schlanken Arbeitsprozessen auf die Kompetenz und das Fachwissen ihrer Mitarbeiter setzen. Nur damit kann man sich heute vom Wettbewerb unterscheiden. Aber motivierte Mitarbeiter kann man sich nicht erzwingen, man muss sie sich erarbeiten.

Mein Mitarbeiter, mein Partner?

Selbstbewusste Mitarbeiter nehmen so viel Rücksicht auf ihr Unternehmen, wie das Unternehmen Rücksicht auf sie nimmt. Nur in einem fairen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann ein harmonisches Miteinander entstehen. Nicht nur Kunden und Lieferanten sind die Partner eines Unternehmens, sondern auch seine Angestellten. Zufriedene Mitarbeiter brauchen Beteiligung, Verantwortung und Integration. Unzufriedene Mitarbeiter brauchen heute keine Gewerkschaft mehr für einen Arbeitskampf. Sie haben das Internet. Dort finden sie in Foren, Bewertungsportalen und bei Stellensuchmaschinen schnell Rat und tatkräftige Hilfe. Bei Bedarf finden sie dort auch einen anderen Arbeitgeber.

Lt. einer Gallup Studie aus 2014 sind im Schnitt über 80% der Mitarbeiter eines Unternehmens unmotiviert und davon planen fast 50 %, das Unternehmen zu verlassen. Jetzt kommt zum Plan auch das Angebot, denn viele Firmen suchen händeringend nach neuen Arbeitskräften. Da rollt eine Revolution auf Unternehmen zu, die weder Unternehmensverbände noch Gewerkschaften ansatzweise begriffen haben. Hier werden sich auch die Personalberater von den Personalvermittlern scheiden, denn ein Personalberater hilft Unternehmen, Personal im Unternehmen zu behalten. Dafür muss er aber auch bezahlt werden. Mit Personalvermittlung kann man trotzdem schnell das 5-, 10-, oder 20-fache verdienen.

Wo ist der Weg in die Zukunft?

Die Gewerkschaften tun sicher gut daran, sich mit dieser neuen Situation zu beschäftigen. Sie sind in der Problematik, dass sie zum einen, gerade im internationalen Umfeld, noch traditionelle Arbeitnehmerinteressen vertreten müssen und zum andern Konzepte für diese neue Situation entwickeln. Arbeitgeber sollten schnell Konzepte zur Verfügung haben, wie sie Mitarbeitern Spaß an der Arbeit im Unternehmen vermitteln können. Verdienst ist bei Spaß auch wichtig, wichtiger jedoch ist die Möglichkeit, dass man sich im Unternehmen verwirklichen kann. Da haben besonders die Führungsebenen noch einiges zu lernen. Gerade dort ist in vielen Unternehmen noch nicht begriffen worden, dass ein Miteinander mit den eigenen Mitarbeitern statt einem Gegeneinander erheblich stressfreier, ausgeglichener und gesünder auch für die Führungskraft ist. Wie heißt es doch so schönzu Beginn dieses Artikels? CFO: What happens if we invest in developing people and they leave us? CEO: What happens if we don’t and they stay?

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