So werden Sie ein Glückspilz

07:29, 16.12.2014

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So werden Sie ein Glückspilz

Aus dem aktuellen Zeitblüten Newsletter von Burkhard Heidensberger

Glück können Sie lernen! „Seit wann das?“, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Nun, Sie kennen sicher auch „Glückspilze“. Das Glück scheint diesen Menschen immer zuzufliegen.

Und dann gibt es Menschen, die anscheinend vom Pech verfolgt werden. Wie kann man sich dieses Phänomen erklären?

Richard Wiseman, ein britischer Psychologe, hat dazu ein Experiment durchgeführt. Per Zeitungsinserat hat er Glückspilze und Pechvögel gesucht. Diese hat er dann zu sich ins Testlabor eingeladen und ihnen eine Aufgabe gestellt. Sie bekamen eine Zeitschrift und sollten die Bilder darin zählen.

Mitten in der Zeitschrift stand folgender Satz in Großbuchstaben:

„Hören Sie mit dem Zählen auf und melden Sie dem Versuchsleiter, dass Sie diesen Satz entdeckt haben. Dafür erhalten Sie 250 Pfund.“

Und dann das Interessante: Fast alle Personen, die sich als Glückspilze auf das Inserat hin gemeldet haben, entdeckten diese Botschaft.

Von den Pechvögeln hat – bis auf wenige Ausnahmen – niemand diese Glücksbotschaft gefunden.

die 4 Glückspilz-Grundsätze

Wiseman hat noch weitere Glücksforschungsexperimente durchgeführt. Aus seinen Erkenntnissen hat er vier Grundsätze abgeleitet, nach denen Glückspilze – meist unbewusst – leben und mit denen auch „vom Pech Verfolgte“ zu Glückspilzen werden können:

  1. Glückspilze erwarten positive Erlebnisse.

Sie vertrauen auf ihr Glück, sie denken positiv. Und wenn dann ein solch positives Erlebnis eintritt, bestärkt das ihr Vertrauen in ihr Glück. Dadurch kommt es zu einem Glückskreis. Bei Pechvögeln verhält es sich genau umgekehrt. Diese fokussieren ihre Aufmerksamkeit auf negative Erlebnisse und erwarten diese auch.

  1. Glückspilze werten Negativerlebnisse anders.

Glückspilze werden natürlich auch mit schlimmen Erlebnissen konfrontiert. Im Gegensatz zu Pechvögeln werten sie diese aber anders. Ein Glückspilz sagt beispielsweise „es hätte schlimmer sein können“ oder „es kann nur besser werden“.

  1. Glückspilze erkennen bzw. schaffen sich günstige Gelegenheiten.

Das belegt schon das eingangs erwähnte Experiment. Pechvögel sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, wie es so schön heißt.

Das untermauert Wiseman mit einem weiteren Experiment. Wiederum sollten Glückspilze und Pechvögel die Fotos in einer Zeitschrift zählen. Die Glückspilze brauchten dafür durchschnittlich zwei Sekunden, die Pechvögel hingegen zwei Minuten. Sie fragen sich, warum das so war?

Wiseman platzierte auf der zweiten Seite folgenden Satz in Großbuchstaben:

„Es sind genau 43 Fotos, hören Sie auf zu zählen!“

Alle Glückspilze entdeckten den Hinweis. Die Pechvögel waren zu sehr mit dem Zählen beschäftigt und übersahen den Hinweis.

  1. Glückspilze sind entspannt.

Auch dieser Grundsatz ist einleuchtend. Entspannte Menschen sind meist aufmerksamer und nehmen dadurch auch eher für sie günstige Gelegenheiten wahr. Ängstlichen Menschen fehlt diese Aufmerksamkeit.

Glück können Sie lernen!

Laut Wiseman kann man Glück tatsächlich lernen. Auch das hat er mit einem Experiment belegt.

Die Pechvögel aus seinen Experimenten sollten einen Monat lang nach diesen Glückspilz-Grundsätzen leben. Und das erstaunliche Resultat: 80 % der Pechvögel gaben nach dieser Zeit an, dass sie glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben geworden sind.

Wenn auch Sie sich eher zu den Pechvögeln zählen oder der Meinung sind, das Glück kommt bei Ihnen etwas zu kurz, dann probieren auch Sie für einen Monat, nach diesen vier Glückspilz-Grundsätzen zu leben. Ein Versuch ist es allemal wert!

Mein Kommentar: Und wer glaubt, dass er nur dann ein Glückspilz ist, wenn er im Lotto gewinnt oder Bundeskanzler wird oder reich ohne zu arbeiten, der wird höchstwahrscheinlich als Pechvogel enden.

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