Die Visitenkarte

08:52, 18.12.2014

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Wo kommt sie her

Die Visitenkarte

Der Begriff kommt von dem französischen Wort „visite“, sie wurde beim Besuch dem Empfangspersonal übergeben, der sie dann dem Besuchten überreichte. Die erste Visistenkarte soll eine Spielkarte gewesen sein, die ein Besucher am Burgtor hinterlegte, als er den Burgherrn nicht angetroffen hatte.

Auch heute noch ist es bei einigen Völkern verbreitet, dass bestimmte Zeichen in der Nähe der Haustür hinterlegt werden, damit der gerade abwesende Hausherr weiß, wer versucht hat, ihn zu erreichen.

Was im 17. Jahrhundert als Besucherkarte begann, ist heute Business Alltag, wobei man sicher Geschäftkarten und „Angeber Karten“ schnell unterscheiden kann. Teilweise werden sie auch zweckentfremdet und als Werbebotschaft benutzt. Dann sind sie bunt, aus Holz, Stoff oder Esspapier mit dem Nachteil, dass sie nicht in die gängigen Aufbewahrungssysteme passen. Eine z.B. zu große Visitenkarte hat bei der Überreichung einen aha Effekt, aber spätestens, wenn sie auf dem Schreibtisch störend herumliegt, wird sie und damit auch der Überreicher als Ärgernis empfunden. Gleiches gilt für Visitenkarten aus Plastik oder Metall. Die klassische Vistenkarte ist in Deutschland etwa 85 x 55 mm mit einer Kartonstärke von 150g/m2. Das ist vom Gewicht her etwa das doppelte eines normalen Briefbogens. Visitenkarten im Ausland können andere Formate haben.

Teilweise sind rituelle Handlungen mit der Übergabe verbunden; in den USA ist es üblich, das zuerst der Ranghöhere seine Karte überreicht, in Asien eher der Rangniedrige. Schon sind interkulturelle Differenzen vorprogrammiert. In asiatischen Ländern wird die Karte beidseitig von Daumen und Zeigefinger gehalten übergeben. Der Empfänger studiert sie sorgfältig, wird seine Anerkennung aussprechen und die Karte respektvoll verstauen.

Für Visitenkarten gibt es spezielle Aufbewahrungssysteme. Heute geht man aber dazu über, entweder die Karte über ein OCR System gleich in die digitalen Kontaktdaten einzuspeichern oder über Scannersysteme elektronisch abzuspeichern. Ich persönlich scanne heute alle Karten und versehe die Datei mit Schlüsselbegriffen wie Name, Ort, Firma, Branche. Das macht beim Erfassen ein wenig mehr Arbeit aber durch die Zeitersparnis beim suchen nach einer bestimmten Adresse hole ich das schnell wieder ein. Da die Dateien auch in der Cloud gespeichert werden, habe ich auch von überall Zugriff auf die Adressen.

Die Visitenkarte war einmal ein Statussymbol, heute ist sie so günstig herzustellen, das jedermann über sie verfügen kann. Was man aber immer noch wieder sieht, sind die vergilbten und verbogenen Karten, die schon jahrelang in der Gesäßtasche im Portemanie gelegen haben und dann verteilt werden. Meistens wird dann noch bei der Gelegenheit manuell die inzwischen geänderte E-Mail Adresse oder Telefonnummer dazugeschrieben. Den Eindruck, den man damit beim Gegenüber erzielt, hat man sich selbst zuzuschreiben.

(Der Artikel wurde inspiriert durch die Serie „Büroklassiker im Spiegel der Zeit“ aus das-buero-magazin.de)

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