Nahversorgung

14:02, 29.7.2014

blog_157

Nahversorgung im ländlichen Raum

Wir beklagen alle das Verschwinden des Tante Emma Ladens in unseren kleinen Orten. Viel, Geld und/oder Idealismus wird in die Hand genommen, um dies abzustellen (Beispiel http://tante-emma-rodgau.de/ ). Leider auch mit all den Mühen, den ein Verein zu diesem Zweck mit sich bringt, nach der anfänglichen Euphorie sind es immer dieselben Vereinsmitglieder, die die Arbeit machen müssen (Das ist nicht nur im Tante Emma Laden Verein so). Leider wird hier zu oft versäumt, nach wirtschaftlichen Alternativen zu suchen, denn zwischen Kiosk, Tankstelle und Supermarkt kann es auch noch etwas geben, was wirtschaftlich vertretbar ist.

Rewe und Heijn versuchen kleine Märkte in Deutschland aufzumachen; aber das ist etwas anderes. Hier handelt es sich eher um den Markt der Mitnahmelebensmittel und -gerichte, irgendwo angesiedelt zwischen Fastfood, Bäcker und Schnellrestaurants. Solche Läden sind für kleine Orte nicht geeignet, weil sie eine hohe Besucherfrequenz benötigen, um zu überlegen.

Etwas anderes ist das DORV Konzept, was ich letztes Jahr auf einer Konferenz in Fulda kennen lernen durfte. DORV steht für Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung. Dahinter verbirgt sich ein 5 Säulen Modell – Lebensmittel, Dienstleistungen, sozial/medizinische Dienste, Kommunikation und Kultur unter einem Dach. Heinz Frey hat dieses Konzept entwickelt und wurde dafür mittlerweile mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Durch eine gezielte Auswahl eines Grundangebotes, ergänzt durch weitere Dienstleistungen (Apothekendienst, KFZ Anmeldung, Lotto, Cafe, Kommunikationsangebote) entsteht eine wirtschaftliche Grundlage. Von allen Artikeln im Lebensmittelbereich werden jeweils ein Markenprodukt und ein Noname-Produkt vorgehalten. Dabei wird das Sortiment von den Kunden (mit)bestimmt, eben nicht fremd vorgeschrieben. So ist ein Waren- und Dienstleistungsangebot auf die individuelle Situation des Ladens abgestimmt.

Die Erfolgskriterien sind

Löslösung vom reinen Lebensmittelladen

Kooperation mit der Region

Regionale Nähe

Aktive Einbindung der Bürger

Wahl des geeigneten Betreibermodells

Die einzelnen Läden werden in der Regel von angestellten Mitarbeitern betrieben, oft ist aber ein Verein der Träger.

Beispiele:

http://www.dorv-eisental.de/

http://www.dorv-pannesheide.de/

http://www.dorv.de/zentren/dueren-gruenguertel/index.html

Auch wenn der ein oder andere Laden ums Überleben kämpfen muss (Was auch an den fehlenden Fachkenntnissen der Betreibervereine liegen kann), werden hier neue Konzepte ausprobiert, die die Nahvesorgung zurück in die ländliche Region bringen.

Mehr dazu unter DORF.de oder bei http://www.zdf.de/sonntags/dorflaeden-kommen-zurueck-5259886.html

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