Mehr bezahlen wegen Mindestlohn

13:24, 5.6.2014

blog_142

Mindestlohn erhöht Preise für Friseurbesuch, was für ein Eigentor:

Das steht heute in der Zeitung, natürlich vom Verband der Friseure vom Verbandsvorsitzenden und Hauptgeschäftsführer, aber auch von Inhabern großer Friseur Ketten.

Eine gute Gelegenheit, die Preise zu erhöhen, kein Männerhaarschnitt mehr unter 20 Euro.

Weil der Lohn zwischen 30 und 50% der Kosten ausmacht.

Und die Mitarbeiter natürlich auch bezahlt werden müssen, wenn sie nicht arbeiten.

Da müssen die Preise erhöht werden.

Man erfährt da so nebenbei, dass gerade in Ostdeutschland Friseure bisher für 4 Euro pro Stunde beschäftigt worden sind (Ich habe auch schon Berichte gesehen, wo der Lohn mit 1,80 angegeben wurde).

Das ist ein interessantes Eigentor; jeder Friseur, der jetzt seine Preise erhöht, macht dadurch klar, dass er bisher seine Mitarbeiter zu einem Hungerlohn beschäftigt hat. Ob dass gut fürs Renommee ist?

Hat denn wohl die genannte Friseurkette schon veröffentlicht, welche Löhne sie bisher an ihre Mitarbeiter zahlt? So nach dem Motto in großen Buchstaben auf der Schaufensterscheibe: Hier Haarschnitt für unter 20 Euro von Mitarbeitern die 4 Euro die Stunde verdienen.

Oder zukünftig in einer Zeitungsanzeige: Leider müssen wir jetzt unsere Preise erhöhen, weil wir unseren Mitarbeitern jetzt einen Mindestlohn zahlen.

Wer seine Mitarbeiter nicht ausgelastet hat, kann dies die anderen Kunden bezahlen lassen oder Wege suchen, sein Geschäft auszulasten.

In Hessen arbeitet eine junge spezielle Friseur Unternehmensberatung daran, wie man mit fairen Preisen und gerechten Löhnen Friseurgeschäfte erfolgreich machen kann. Und das mit wachsendem Erfolg. Es geht also auch anders.

Mein Friseur nimmt weniger als 20 Euro und mich bedient die Chefin selbst (die noch 2 Mitarbeiterinnen hat) und ich wohne in Westdeutschland.

Hinweis zum Artikel http://www.impulse.de/finanzen-vorsorge/branchenverband-mindestlohn-verteuert-haarschnitte

Dazu noch, wenn ein Mikrobetrieb mit einem Umsatz von unter 17.500 Euro für 4 Euro die Stunde arbeiten würde und ein Haarschnitt würde im Schnitt 1 Stunde dauern, hätte er über 4.000 Kunden im Jahr d.h. mehr als 10 am Tag. Da kann etwas nicht stimmen.

Wenn aber ein Mitarbeiter in einem Friseursalon für 4 Euro pro Stunde am Tag beschäftigt wird, bedeutet dies 32 Euro am Tag, 160 Euro in der Woche, 840 Euro im Monat, 10.000 Euro im Jahr  brutto (Ich hab mal gerechnet, dass der Mitarbeiter keinen Urlaub hat und durcharbeitet)

Wenn der sich mit einem Mikrobetrieb selbstständig macht, macht er einen guten Schnitt (und braucht vielleicht nicht mehr zum Arbeits- oder Sozialamt, um sein Einkommen aufzustocken).

Ich glaube, der Verband sucht die Lösung an der falschen Stelle

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