Der Trolley

08:51, 17.12.2013

blog_102

Selbstverständlichkeiten: Der Trolley

Manche Dinge sind uns so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen.

Dazu gehört auch der Trolley, der ja eigentlich Handkoffer heißen sollte (aber wer sagt schon Papiertaschentücher statt Tempos?)

Eigentlich gibt es ihn noch nicht so lange, die Bezeichnung wird aber auch für die Speisebehältnisse in der Luftfahrt, Wagen zum Transport von Hand gezogener Boote (na klar, auf Land) und für den Transport von benötigten Utensilien auf dem Golfplatz benutzt.

In einem Handbuch für Fußreisende von 1850 soll der erste Entwurf eines solchen Koffers gezeigt worden sein, allerdings wird wohl bei den damaligen Straßenverhältnissen der Koffer wenig Erfolg gehabt haben. Wir kennen ja heute noch die Probleme, wenn wir einen solchen Koffer über ein sicher schönes, aber unpraktisches Kopfsteinpflaster ziehen müssen.

Bernhard Sadow, Manager eines amerikanischen Kofferfabrikanten, reklamiert den Entwurf und das Patent für den ersten Rollkoffer gegen 1970. Nach Beobachtungen von schwer bepackten Reisenden kam ihm die Idee, Rollen unter einem Koffer zu befestigen und ein Band zum Ziehen anzubringen.

Schon 2 Jahre später stellte Delsey den ersten Trolley als Hartschalenkoffer vor, der aber noch einige Zeit gebraucht hat, um sich durchzusetzen. Der wirkliche Durchbruch kam 20 Jahre später, als Robert Plath, ein Pilot, unter seinem Koffer 2 kleine Räder und vorn einen Teleskopgriff anbrachte. Dieser Koffer passte in die Welt des sich schnell entwickelnden Reisens, speziell bei den vielen Kurzreisen im Geschäftsleben. Platz gab seinen Pilotberuf auf und gründete ein sehr erfolgreiches Unternehmen.

Heute haben 90% aller produzierten Koffer und Reisetaschen Räder. Der standardisierte Trolley sollte die Abmessungen von 115 cm (Länge + Breite + Höhe) nicht überschreiten und passt in jedes Flugzeug. Umgangssprachlich heißt er auch Hackenporsche in Ostdeutschland manchmal auch Rentnervolvo.

Inspiriert wurde ich zu diesem Artikel durch die Serie „Wer hat’s erfunden“ von der Zeitschrift „das Büro Magazin“, ergänzt durch wie so oft Informationen aus Wikipedia.

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